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03.03.2017

Macht Kiffen arbeitslos?

Der faule und verpeilte Kiffer ist ein beliebtes Klischee. Tatsächlich gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und dem Konsum von Cannabis. Doch was ist Ursache und was ist Wirkung?

Mann bietet Joint an

Bild: Remo / Fotolia.com

Könnte Kiffen Einfluss auf das Berufsleben haben? Frühere Studien deuten zumindest auf einen Zusammenhang hin: In einer schwedischen Studie wurde gezeigt, dass ein früher Einstieg in den Cannabiskonsum das Risiko erhöht, später zumindest zeitweilig arbeitslos zu sein. Gleichzeitig gilt Arbeitslosigkeit als ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Abhängigkeit.

Was ist Ursache, was ist Wirkung?

Führt also Arbeitslosigkeit zu einem verstärkten Cannabiskonsum? Oder ist das Kiffen gar eine Ursache für Arbeitslosigkeit? Forscherinnen und Forscher aus Neuseeland fanden für beide Wirkungszusammenhänge Belege in einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Das Forschungsteam hat über 1.000 Personen aus Christchurch in Neuseeland ab ihrem 18. Lebensjahr über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren begleitet. Etwa alle fünf Jahre machten die Probandinnen und Probanden Angaben zu ihrem Substanzkonsum und zu Phasen von Arbeitslosigkeit in den zurückliegenden Jahren. Um den Einfluss von anderen Faktoren zu kontrollieren, fragten die Forscherinnen und Forscher auch nach dem Auftreten von Depressionen oder Angststörungen. Auch relevante Lebensereignisse wie Todesfälle in der Familie oder Probleme in der Partnerschaft wurden erfasst.

Cannabisabhängigkeit bedingt Arbeitslosigkeit und andersherum

Den Auswertungen zufolge hatten Personen, die im Alter zwischen 18 und 35 Jahren mindestens einmal länger als drei Monate arbeitslos waren, ein 2,9-fach erhöhtes Risiko für eine nachfolgende Cannabisabhängigkeit. Doch auch für den umgekehrten Zusammenhang gab es signifikante Ergebnisse: Wer cannabisabhängig war, hatte ein 2,8-fach erhöhtes Risiko für Arbeitslosigkeit. Die gleichen signifikanten Effekte fanden sich auch für problematischen Alkoholkonsum, allerdings in weniger stark ausgeprägtem Maße.

Das Team um den Wissenschaftler Joseph Boden geht entsprechend von einem gegenseitigen ursächlichen Zusammenhang aus. Arbeitslosigkeit kann sowohl Ursache als auch Folge einer Cannabisabhängigkeit sein. Die Tatsache, dass Cannabis in einem stärkeren Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit steht als Alkohol, führt das Forschungsteam auf die Illegalität von Cannabis in Neuseeland zurück. Womöglich spielen hier weitere Faktoren eine Rolle, wie die Verwicklung in kriminelle Aktivitäten.

Einfluss anderer Faktoren

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass auch belastende Lebensereignisse einen relevanten Einfluss sowohl auf den Substanzkonsum, als auch auf die Arbeitslosigkeit haben. Dieser Zusammenhang sollte nach Meinung der Forscherinnen und Forscher nun in kommenden Studien genauer untersucht werden. Und nicht zuletzt könnten auch andere Faktoren, insbesondere die allgemeine wirtschaftliche Situation in einem Land, den Zusammenhang von Substanzkonsum und Arbeitslosigkeit beeinflussen.


Quelle:
Boden, J., Lee, J., Horwood, L., Grest, C. & McLeod, G. (2017). Modelling possible causality in the associations between unemployment, cannabis use, and alcohol misuse. Social Science & Medicine, 175, 127-134.

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