Drugcom: Topthema: Macht Kiffen verrückt?

Kopfbereich mit Suchfeld

Sprung zum Menü „Die Drogen“

Sprung zum Aktionsbereich

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Sprung zum Aktionsbereich

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Hauptinhaltsbereich

Sprung zum Seitenanfang

Sie befinden sich auf der Seite:

home > topthema > topthema vom mai 2005

Topthema

Macht Kiffen verrückt?

Mai 2005

Jugendliche und junge Erwachsene, die Cannabis konsumieren haben ein erhöhtes Risiko, später psychotische Symptome zu entwickeln. Dies sind die Ergebnisse neuerer Forschung.

Der Begriff Psychose bezeichnet eine Gruppe schwerer psychischer Störungen, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergehen. Auffällige Anzeichen sind oft Wahnvorstellungen und Halluzinationen. In der Forschung wird Cannabis seit längerem als Auslöser psychotischer Störungen diskutiert. In jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, dass Cannabis einen ursächlichen Einfluss auf das Entstehen von Psychosen haben könnte. So fanden sich in einer groß angelegten neuseeländischen Längsschnittstudie Belege dafür, dass Cannabiskonsum das Risiko für psychotische Symptome verdoppelt. Die Forscher schlussfolgern, dass das Ergebnis ihrer Studie „eindeutig dafür spricht, dass der Gebrauch von Cannabis, vor allem starker Konsum, die zugrunde liegende Chemie des Gehirns verändern und den Beginn einer Psychose oder psychotischer Symptome bei vulnerablen (anfälligen) Personen auslösen kann.“

Im Rahmen einer europäischen Längsschnittstudie (EDSP) wurden Hinweise dafür gefunden, dass vor allem Jugendliche oder junge Erwachsene, die Cannabis konsumieren, ein hohes Risiko eingehen, später psychotische Symptome zu entwickeln. Zudem konnten keine Belege gefunden werden für die Hypothese der „Selbstmedikation“: Diejenigen, bei denen zum ersten Messzeitpunkt eine Veranlagung für die Entwicklung psychotischer Erkrankungen festgestellt wurde, haben später nicht häufiger Cannabis konsumiert als andere.

Cannabis und Schizophrenie

Eine besondere Form der Psychose ist die Schizophrenie. Nach heutigem Wissensstand ist die Schizophrenie auf eine Veränderung der Dopamin-Konzentration im Körper zurückzuführen. Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der für Stimmungslagen zuständig ist. Die Dopamin-Konzentration wird auch durch den Konsum von Cannabis gestört. Dies spricht für die These, dass Cannabiskonsum das Auftreten einer Schizophrenie fördert.

Bekannt ist, dass Cannabiskonsum und Schizophrenie häufig zusammen auftreten: Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie konsumieren vergleichsweise häufig Cannabis. Offen bleibt die Frage, ob durch Cannabiskonsum eine Schizophrenie verursacht werden kann oder vielmehr bereits erkrankte Personen dazu neigen, Cannabis zu konsumieren, um ihre Krankheitssymptome im Sinne einer Selbstmedikation zu lindern.

In einer australischen Studie konnte gezeigt werden, dass es in den letzten 30 Jahren trotz eines starken Anstiegs des Cannabiskonsums zu keiner Zunahme von Schizophrenien gekommen ist. Eine andere Untersuchung führt weiter aus, dass in unterschiedlichen Kulturen die Auftretensrate von Schizophrenie immer bei etwa einem Prozent liege, trotz einer unterschiedlichen Verbreitung des Cannabiskonsums in diesen Kulturen. Beide Studien kommen dennoch zu dem Schluss, dass bei vulnerablen (anfälligen) Personen der Konsum von Cannabis eine Schizophrenie auslösen könne.

Quellen:

Links zum Thema:


Frühere Topthemen:


Archiv früherer Topthemen

zum Seitenanfang

Über uns | Kontakt | Newsletter | Downloads | Materialien | Sitemap | Impressum | Datenschutz | Gebärdensprache

.