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09.12.2011

Nikotin hat höchstes Suchtpotenzial

Drogen und Sucht, diese beiden Begriffe werden häufig gemeinsam verwendet, so als wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass das Eine zum Anderen führt. Doch so simpel ist der Zusammenhang natürlich nicht. Vielmehr ist die Wahrscheinlichkeit für eine Suchtentwicklung je nach Substanz und Persönlichkeitsmerkmalen unterschiedlich, wie ein internationales Forschungsteam jüngst untersucht hat.

Nahaufnahme einer ausgedrückten Zigarettenkippe auf Asphalt

Bild: matole / photocase.com

Bei welcher Droge ist die Wahrscheinlichkeit, abhängig zu werden, am größten? So lautet - verkürzt formuliert - die Forschungsfrage, mit der sich ein internationales Forschungsteams unter der Leitung von Bridget Grant befasst hat. Das Team untersuchte dazu die Daten einer groß angelegten US-amerikanischen Bevölkerungsstudie, dem National Epidemiological Survey on Alcohol und Related Conditions (NESARC). Im Fokus der Studie standen die Substanzen Nikotin, Alkohol, Cannabis und Kokain zu denen Daten von über 50.000 Personen vorliegen. Grant und ihr Team untersuchten darüber hinaus, ob es bestimmte Merkmale der Personen gibt, die eine Abhängigkeitsentwicklung wahrscheinlicher machen. Die Befragung erfolgte persönlich mit Hilfe strukturierter Interviews in denen akribisch der zeitliche Verlauf vom ersten Probieren bis hin zu ersten Symptomen einer Abhängigkeit ermittelt wurde.

Nikotin und Alkohol vor Cannabis und Kokain

Den Ergebnissen zufolge hat Nikotin das höchste Suchtpotenzial. Von allen Personen, die jemals eine ganze Zigarette geraucht haben, entwickelten 68 Prozent irgendwann in ihrem Leben eine Abhängigkeit. Anders ausgedrückt: Zwei von drei Personen, die sich eine Zigarette anzünden, werden abhängig. Eine durchaus bemerkenswerte Zahl, macht es doch deutlich, wie sehr die meisten Menschen das Rauchen unterschätzen. Denn vermutlich machen sich nur die wenigsten Menschen bei ihrem ersten Zug aus einer Zigarette bewusst, wie hoch das Risiko für eine Abhängigkeit ist.

Mit deutlichem Abstand folgt Alkohol. Grant und ihr Team haben ermittelt, dass 23 Prozent aller Menschen, die jemals Alkohol getrunken haben, eine Alkoholabhängigkeit entwickeln. Bei Kokain liegt der Anteil der Probierer, die abhängig werden, bei 21 Prozent. Cannabis hat der Studie zufolge das niedrigste Suchtpotenzial. 9 Prozent aller Menschen, die schon mal gekifft haben, entwickeln eine Abhängigkeit.

Die illegalen Drogen Kokain und Cannabis haben zwar ein niedrigeres Abhängigkeitspotential im Vergleich zu Alkohol und Nikotin, wer kokst und kifft wird den Ergebnissen zufolge aber schneller abhängig, wenn er oder sie anfällig für eine Abhängigkeit ist.

Gründe für Abhängigkeitsentwicklung

Bleibt die Frage, warum bei bestimmten Drogen mehr Menschen abhängig werden. Hier nennen die Autorinnen und Autoren der Studie eine Vielzahl möglicher Faktoren. Hervorzuheben ist, dass bei den legalen Substanzen Alkohol und Nikotin die Verfügbarkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz als wichtige Komponenten im Prozess der Abhängigkeitsentwicklung bezeichnet wird.

Die Ergebnisse weisen zudem auf ein anderes Phänomen hin: Wer von Cannabis und Kokain abhängig ist, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit vorher bereits eine Abhängigkeit von Nikotin und Alkohol entwickelt. Grant und ihr Team vermuten, dass hier bestimmte Anpassungsprozesse im Gehirn verantwortlich dafür zeichnen, dass Menschen empfänglicher für die Wirkung von illegalen Drogen sind, wenn die Hirnchemie schon von übermäßigen Alkoholgenuss und Nikotin geprägt ist.

Den stärksten Einfluss darauf, dass Menschen überhaupt eine Abhängigkeit entwickeln, geht den Ergebnissen zufolge von psychischen Problemen aus. Depressionen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen stehen demnach eng in Zusammenhang mit der Abhängigkeitsentwicklung. Die frühe Behandlung von psychischen Problemen sei daher eine wichtige Maßnahme, um einer Abhängigkeitsentwicklung von Substanzen entgegenzuwirken.

Quelle:
Lopez-Quintero, C., de los Cobos, J. P., Hasin, D., Okuda, M., Wang, S., Grant, B. & Blanco, C. (2011). Probability and predictors of transition from first use to dependence on nicotine, alcohol, cannabis, and cocaine: Results of the National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions (NESARC). Drug and Alcohol Dependence, 115 (1-2), 120-130. Zusammenfassung

1 Kommentar

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Mr. Burns, 15. Dezember 2011 11:31 Uhr
Unglaublich diese neuen Erkentnisse! Auch wenn man bedenkt, dass Cannabis nach Alkohol und Zigaretten die höchste Verfügbarkeit in unserer Gesellschaft aufweist.

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