02.03.2012
Erhöhtes Unfallrisiko bei Cannabiskonsum
Bauen Kiffer mehr Unfälle oder fahren Personen unter dem Einfluss von Cannabis womöglich vorsichtiger? Zahlreiche Studien haben die Auswirkungen von akutem Cannabiskonsum untersucht, kommen jedoch teils zu widersprüchlichen Ergebnissen. Ein Forschungsteam aus Kanada hat nun in einer Meta-Analyse alle zu diesem Thema verfügbaren Studien gesichtet. Demnach verdoppelt sich das Risiko für einen Unfall nach dem Kiffen.
Bild: graphixel / istockphoto.com
Fast 3.000 Einzelstudien wurden bei einer systematischen Recherche in einem ersten Schritt zutage gefördert. Mark Asbridge, Jill Hayden und Jennifer Cartwright von der Dalhousie Universität in Halifax, Kanada, haben in allen verfügbaren Datenbanken nach relevanten Studien gesucht. In einem zweiten Schritt hat das Forschungsteam strenge Qualitätskriterien angelegt, um die methodisch einwandfreien Studien herauszufiltern.
Ein wichtiges Kriterium war der Nachweis von Tetrahydrocannabinol, dem Hauptwirkstoff von Cannabis, im Blut. Der Nachweis von Alkohol oder anderen Drogen waren hingegen ein Ausschlusskriterium, da beide Substanzen ebenfalls einen bedeutsamen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit haben. Es verblieben schließlich neun Studien, die Daten von rund 50.000 Personen beinhalten.
Die zentrale Fragestellung bei der zusammenfassenden Auswertung der Studien lautete: Wie hoch ist das Risiko, in den ersten drei Stunden nach dem Konsum in einen Unfall verwickelt zu werden, sei es durch eigenes oder fremdes Verschulden? Durch die strengen Kriterien sollte sichergestellt werden, dass alle betroffenen Cannabiskonsumierenden nachweislich unter dem Einfluss von Cannabis standen.
Ergebnis
Das Forschungsteam kam zu folgendem Schluss: Personen, die unter dem Einfluss von Cannabis fahren, haben im Vergleich zu nüchternen Personen, ein etwa doppelt so hohe Risiko für einen Verkehrsunfall. Oder in Zahlen ausgedrückt: Das Risiko, bekifft in einen Unfall zu geraten war 1,92-fach höher als unter nüchternen Bedingungen. Je nach Einzelstudie lag dieser Wert zwischen 1,65 und 2,79. Eine andere kürzlich veröffentlichte Meta-Analyse hat ein vergleichbar hohes Crashrisiko ermittelt.
Ein Dosis-Wirkungs-Verhältnis konnten Ashbridge und sein Team mangels ausreichender Daten zwar nicht ermitteln, Hinweise hierauf gab es dennoch. Denn bei Unfällen mit Todesfolge war der THC-Gehalt im Blut der Betroffenen in der Regel höher als bei Unfällen mit nicht tödlichem Ausgang.
Nach Meinung des Forschungsteams sei hiermit auf der Grundlage einer qualitativ hochwertigen Datenlage nachgewiesen, dass Cannabiskonsum das Unfallrisiko erhöht und nicht erniedrigt.
Quellen:
Asbridge, M., Hayden, J. & Cartwright, J. (2012). Acute cannabis consumption and motor vehicle collision risk: systematic review of observational studies and meta-analysis. BMJ, 344, e536. Artikel
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Mal abgesehen davon sollte man grundsätzlich unter Drogeneinfluss kein KFZ führen, egal, ob es sich um Alkohol, bestimmte Medikamente (wie z.B. Beruhigungsmittel) oder Cannabis handelt. Es braucht also v.a. einen guten öffentlichen Nahverkehr, damit man nach dem Drogenkonsum mit Bus, U-Bahn etc. heimfahren kann.
Erstens können Metastudien sehr selektiv auf ein angestrebtes "Forschungsergebniss" ausgerichtet werden.
Zweitens hieß es bereits in der anderen Metastudie:
"Andrew Sewell und sein Team konnten aufzeigen, dass der scheinbare Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und der Häufigkeit von Verkehrsunfällen nach Einbeziehung des persönlichen Fahrstils nicht mehr signifikant war. In Wirklichkeit waren eine hohe Risikobereitschaft und eine laxe Einstellungen gegenüber der Straßenverkehrsordnung maßgeblich an der Unfallhäufigkeit beteiligt"
Ungeachtet der Tatsache, dass man unter Drogeneinfluss nicht Autofahren sollte:
Diese wiederholt fehlerhafte, unausgewogene Berichterstattung
spiegelt doch stark faschistoide Tendenz bei der Versorgung der Öffentlichkeit mit Informationen wider.
Will drugcom fundiert aufklären oder der Bevölkerung eine nicht wissenschaftlich fundierte Meinung der Regierung aufdrängen?
Weiteres zum Thema auf drugcom.de
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