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11.03.2003
Kettenraucher bauen Nikotin schneller ab
Eine kanadische Studie ist der Frage nachgegangen, warum manche Menschen stärker von Zigaretten abhängig werden als andere. Die Forscher aus Toronto vermuten, dass die Gene verantwortlich dafür sind.
Bisher war unklar, warum manche Leute ganze Schachteln brauchen, um den Nikotingehalt über den Tag hinweg im Blut konstant zu halten und manche nur wenige Zigaretten. Nun ist ein Leberenzym bekannt geworden, welches zu 80% für den Nikotinabbau sorgt. Es heißt CYP2A6.
14 Varianten von CYP2A6 sind bisher bekannt. Einige bilden Enzyme, die Nikotin schnell abbauen, andere wiederum sind beschädigt und können somit keine funktionstüchtigen Enzyme erzeugen. Wie viel Kippen jemand raucht, ist demnach davon abhängig, welche Genvarianten im Körper vorliegen.
Dr. Rachel Tyndale, Genetikerin der Universität Toronto, führte Untersuchungen zur Überprüfung dieser Hypothese durch. Die Ergebnisse zeigen, dass Nichtraucher viel häufiger inaktive CYP2A6-Enzyme haben als Raucher. Die Enzyme starker Raucher sind häufig überaktiv - sie brauchen also mehr Kippen für den konstanten Nikotinspiegel. In einer weiteren klinischen Studie konnte die tägliche Zigarettenmenge starker Raucher mit Hilfe von Lutschtabletten, die einen CYP2A6-Hemmer beinhalten, signifikant reduziert werden.
Diese Ergebnisse könnten in Zukunft dabei helfen, die geeignete Nikotinersatztherapie für jeden Raucher zu finden, der rauchfrei leben will.


