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15.11.2004
Essen, Drogen oder Designerschuhe: Das Verlangen ist das Gleiche
Fressanfälle haben viel gemeinsam mit dem Verlangen eines Abhängigen nach seiner Droge. In beiden Fällen werden die gleichen Hirnregionen aktiviert, berichtet das Forscherteam um die amerikanische Neurowissenschaftlerin Marcia Levin Pelchat.
Untersucht wurden zehn gesunde Freiwillige, die anderthalb Tage lang nur einen flüssigen Nahrungsersatz zu sich nehmen durften. Anschließend wurden sie mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht, einem speziellen Röntgenverfahren, das Veränderungen in der Hirnaktivität sichtbar machen kann.
Während die Probanden in der Röhre des MRT lagen, erschienen vor ihren Augen die Namen ihrer Lieblingsspeisen. Sie wurden instruiert, sich genau vorzustellen, wie das Essen riecht, aussieht und schmeckt. Prompt sei die Aktivität in drei Hirnregionen (Nucleus caudatus, Insula und Hippocampus) deutlichen angestiegen, so die Forscher. Bei Drogenabhängigen würden die gleichen Hirnareale aktiviert, wenn sie ein Verlangen nach Drogen verspüren. Die Hirnaktivität sei hingegen normal geblieben, wenn den Versuchpersonen der Name der Flüssignahrung eingeblendet wurde oder Personen einer Kontrollgruppe untersucht wurden.
„Unsere Resultate bestätigen die Vorstellung, dass Verlangen jeder Art, sei es nach Essen, Drogen oder Designerschuhen, auf einem gemeinsamen Mechanismus beruht“, sagt Marcia Levin Pelchat, Leiterin der Studie. Ein genaueres Verständnis dieser Vorgänge „könnte letztlich zu effektiveren Therapien für Übergewicht und Drogenabhängigkeit führen“, hofft die Forscherin.


