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28.02.2005
Nikotin verringert Unterschiede zwischen Männern und Frauen – zumindest im Gehirn
Normalerweise zeigen Frauen beim Lösen von emotional aufwühlenden Problemen in bestimmten Gehirngebieten eine höhere Aktivierung als Männer. Unter Nikotineinfluss werden diese Unterschiede aber reduziert.
Die Hirnaktivitäten unterscheiden sich bei Männern und Frauen besonders stark, wenn feindselige und aggressive Gefühle beteiligt sind. Um diese Situation künstlich herzustellen, ließen Forscher der Universität von Kalifornien ihre Studienteilnehmer ein so genanntes Feindschaftsspiel spielen. Hierbei darf der Gewinner den Verlierer durch ein lautes, unangenehmes Geräusch bestrafen. Der Verlierer wiederum kann sich anschließend dafür rächen.
Während des Spiels wurden die Hirnaktivitäten der männlichen und weiblichen Teilnehmer registriert. Ohne Nikotineinfluss waren bestimmte Hirnareale der Frauen stärker aktiviert als die der Männer. Wurde den Probanden aber ein Nikotinpflaster aufgeklebt, sank die Hirnaktivität bei den Frauen. Bei den Männern hingegen stieg sie an, wodurch sich die unterschiedlichen Aktivierungsmuster anglichen.
„Geschlechtsspezifische Unterschiede, die durch Effekte von Nikotin auf die Gehirnfunktion und den Stoffwechsel entstehen, sind größtenteils unerforscht und nicht identifiziert“, sagt Steven Potkin, einer der Wissenschaftler. „Die Hirnaktivitäten zu verstehen wird neues Licht in das Verständnis von Rauchverhalten bringen.“


