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12.06.2009
Warum Mischkonsum von Ecstasy und Alkohol die Leber schädigt
Die besondere Schädlichkeit des Mischkonsums von Ecstasy und Alkohol ist mittlerweile bekannt. Erst vor kurzem berichteten wir über den Einfluss der Körpertemperatur auf die Giftigkeit von Ecstasy und Alkohol. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat nun den biologischen Mechanismus entdeckt, der dazu führt, dass der gleichzeitige Konsum von Ecstasy und Alkohol in besonderem Maße die Leber schädigt.
Alkohol ist Gift für die Leber. Das ist gut dokumentiert. Dabei ist es gar nicht so sehr der Alkohol selbst, sondern eines seiner Abbauprodukte, das Acetaldehyd (ADH). Diese Substanz gilt auch als Ursache für den „Kater“ nach übermäßigem Alkoholkonsum (Meldung vom 28.07.2005). ADH wird in der Leber weiter umgewandelt zu der weniger schädlichen Essigsäure. Maßgeblich daran beteiligt ist ein Enzym namens Aldehyddehydrogenase (ALDH). Ein Forschungsteam um Insong Lee von der Universität in Maryland, USA, hat nun untersucht, welchen Einfluss MDMA, besser bekannt als Ecstasy, auf den Abbau von Alkohol hat.
Die Forscherinnen und Forscher führten hierzu ein Tierexperiment durch, in dem sie Ratten entweder nur Alkohol, Alkohol plus MDMA oder lediglich eine Salzlösung injizierten. Über einen Zeitraum von 7 Stunden maßen sie anschließend den ADH-Pegel im Blut.
Die Untersuchung ergab, dass unter der gleichzeitigen Gabe von Alkohol und MDMA die Aktivität des Enzyms ALDH um 35 Prozent gesenkt ist, wenn man die Ratten zum Vergleich nimmt, die nur Alkohol bekamen. Im Gegenzug führte die verringerte Aktivität von ALDH zu einer Erhöhung der Konzentration an ADH. Die höchste Konzentration des schädlichen ADH lag um 31 Prozent höher als bei den Ratten, die nur Alkohol bekamen. Insgesamt war der Abbau von ADH auch deutlich verlangsamt. So war der ADH-Pegel bei den Ecstasy-Ratten 7 Stunden später immer noch doppelt so hoch wie bei den Tieren, die nur Alkohol bekamen.
Den Ergebnissen der Studie nach zu folgern resultiert die Schädlichkeit des Mischkonsums von Ecstasy und Alkohol somit in erster Linie aus dem verlangsamten Abbau von Alkohol. Die Leber ist dann wesentlich länger dem giftigem Acetaldeyd ausgesetzt. Ecstasykonsumierenden ist daher davon abzuraten, gleichzeitig Alkohol zu trinken. Dies gilt in besonderem Maße, wenn sie vorhaben, tanzen zu gehen. Denn eine erhöhte Körpertemperatur, wie sie beim Tanzen zu erwarten ist, kann ebenfalls die Wahrscheinlichkeit für Leberschäden erhöhen (Meldung vom 08.05.2009).
Quelle:
Upreti, V. V., Eddingtion, N. D., Moon, K.-H., Song, B.-J. & Lee, I. J. (2009). Drug interaction between ethanol and 3,4-methylenedioxymethamphetamine (“ecstasy”). Toxicology Letters, 188, 167-172. Abstract
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