Sie befinden sich auf der Seite:
home > news > archiv > 2010 > zweiter fall von milzbrand bei einem heroinkonsumenten in deutschland
News-Archiv
- Archiv Jahr 2009
- Archiv Jahr 2008
- Archiv Jahr 2007
- Archiv Jahr 2006
- Archiv Jahr 2005
- Archiv Jahr 2004
- Archiv Jahr 2003
- Archiv Jahr 2002
Archiv Jahr 2010
06.04.2010
Zweiter Fall von Milzbrand bei einem Heroinkonsumenten in Deutschland
Nachdem im Dezember 2009 ein Heroinkonsument in der Region Aachen in Nordrhein-Westfalen an den Folgen einer Milzbrandinfektion gestorben ist, wurde ein weiterer Fall von Milzbrand bei einem Heroinkonsumenten festgestellt. Das Robert-Koch-Institut warnt daher vor möglicherweise mit Milzbranderregern verunreinigtem Heroin.
Bild: zlisjak / iStockphoto.com
Im aktuellen Fall erkrankte der Mann Mitte März an Milzbrand. Er werde antibiotisch behandelt und sei derzeit in einem stabilen Zustand, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI). Das jetzige Auftreten eines weiteren Falls bei einem Heroinkonsumenten in derselben Region in Deutschland lege nahe, dass verunreinigtes Heroin weiter im Umlauf ist. Es sei weiterhin nicht auszuschließen, dass es auch in anderen Bundesländern vertrieben worden sein könnte.
Erste Fälle von Milzbrand wurden zunächst in Schottland und England gemeldet, wo es weiterhin Neuerkrankungen gibt. Aufgrund vergleichender Untersuchungen von Proben des im Dezember in Aachen Verstorbenen und von Proben von Fällen aus Schottland sei nach Angaben des RKI nicht auszuschließen, dass es sich um identische Stämme des Milzbranderregers bei allen untersuchten Fällen handelt. Dies sei ein Hinweis darauf, dass verunreinigtes Heroin in Deutschland und Großbritannien eine gemeinsame Quelle der Verunreinigung haben könnte.
Eine Infektion mit Milzbrand kann beispielsweise erfolgen, wenn mit Milzbrandsporen verunreinigtes Heroin gespritzt oder inhaliert wird oder mit verletzter Haut oder Schleimhaut in Kontakt kommt. Es gäbe praktisch keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Für die Allgemeinbevölkerung bestehe daher kein Infektionsrisiko.
Das RKI bittet um Kontaktaufnahme mit dem örtlichen Gesundheitsamt, wenn jemand Kenntnis von aktuellen Fällen oder von Fällen aus der Vergangenheit erhält, die mit diesem Geschehen in Zusammenhang stehen könnten.
Mehr Informationen zu Milzbrand unter www.rki.de.
Quelle:
Pressemitteilung des RKI
Weiteres zum Thema auf drugcom.de
News
- NRW erhöht Eigenbedarfsgrenze (17.06.2011)
- Alkohol schlimmer als Heroin - sagt britischer Expertenrat (05.11.2010)
- Warnung vor Milzbranderregern in Heroin (15.01.2010)
- Tschechische Regierung liberalisiert Drogenbesitz für den Eigenbedarf (01.01.2010)
- Risiken von Drogen aus Konsumentensicht (04.12.2009)


