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17.03.2017

Beschleunigte Alterung durch Amphetamine

Eine Line Crystal Meth und Müdigkeit ist wie weggeblasen. Doch die chemische Weck-Attacke hat ihren Preis. Einer aktuellen Studie zufolge beschleunigt der Konsum von Amphetaminen die Alterung der Blutgefäße, die wiederum maßgeblich das biologische Alter einer Person bestimmen.

Darstellung von fein verästelten Blutgefäßen

Bild: sitox / istockphoto.com

Jede Minute pumpt unser Herz etwa 5 Liter Blut durch die Adern unseres Körpers. Das sind hochgerechnet rund 7.000 Liter pro Tag. Besonders die Arterien müssen dabei großen Druck aushalten. Arterien sind die Gefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen transportieren. Mit jedem Herzschlag dehnen sich die Arterien kurz aus und ziehen sich umgehend wieder zusammen. Dadurch bleibt der Blutfluss auch in der kurzen Erschlaffungsphase des Herzens erhalten. Mit dem Älterwerden versteifen die Gefäße allerdings und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen nimmt zu.

Stress für das Herz-Kreislaufsystem

Der Konsum von Amphetaminen wie Crystal Meth bedeutet zusätzlichen Stress für das Herz-Kreislaufsystem. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt. Ein Forschungsteam aus Australien hat nun in einer Studie nachweisen können, dass die Gefäße von Amphetaminkonsumierenden vorzeitig versteifen und somit schneller altern als bei anderen Menschen.

Die Forscherinnen und Forscher haben den Blutfluss von 713 Personen gemessen. 55 von ihnen konsumierten Amphetamine, 68 nahmen den Heroinersatzstoff Methadon. Da Drogenkonsumierende meist zusätzlich Tabak rauchen und bekannt ist, dass Rauchen die Gefäße schädigt, wurden zum Vergleich 107 Personen hinzugezogen, die nur Tabak rauchten. 483 Personen, die weder rauchten noch Drogen nahmen, bildeten die Kontrollgruppe.

Bei allen Teilnehmenden wurde die arterielle Gefäßsteifigkeit mit Hilfe der Pulswellengeschwindigkeit gemessen. Die Geschwindigkeit, mit der sich eine Pulswelle vom Herzen ausbreitet, erlaubt den Rückschluss auf die Elastizität der Gefäße. Das Forschungsteam konnte somit nachweisen, dass die Gefäße von Amphetaminkonsumierenden weniger elastisch sind als bei allen anderen an der Studie beteiligten Personengruppen.

Biologisches Alter höher als tatsächliches Alter

Nach Angaben des Forschungsteams sind die Ergebnisse insofern alarmierend, als der Zustand des Gefäßsystems Auswirkungen auf den Organismus als Ganzes hat. Denn der Zustand der Gefäße habe maßgeblich Einfluss auf das biologische Alter, das höher sein kann als das tatsächliche Alter einer Person. Das bedeutet: Altern die Gefäße vorzeitig, altert auch der Rest des Körpers schneller. Umgekehrt können Menschen, die keine Drogen nehmen, die regelmäßig Sport treiben und sich gesund ernähren, ein niedrigeres biologisches Alter aufweisen.

Bislang sei nicht klar, ob der Prozess der beschleunigten Alterung wieder rückgängig gemacht werden kann, wenn die Person mit dem Konsum aufhört. Da die Stichprobe der Amphetaminkonsumierenden eher klein ist, müssen die Ergebnisse zudem noch durch weitere Studien bestätigt werden.

Bekannt ist aber, dass der häufige Konsum von Amphetaminen lebensbedrohliche Folgen haben kann. Frühere Studien haben aufzeigen können, dass der Konsum von Amphetaminen mit einem erhöhten Risiko für Risse in der Hauptschlagader und Herzinfarkt in Zusammenhang steht.

Quellen:

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