Drugcom: Drogenlexikon: Methamphetamin

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Meskalin

Methadon

Methamphetamin

Methylphenidat

Morphin, Morphium

MPU

Muskatnuss

Myristica Fragranz

 


Methamphetamin

Crystalspeed

Bild: Drug Enforcement Administration (USA)

Substanz

Methamphetamin ist ein Stimulantium, das schon 1934 entwickelt und unter dem Handelsnamen Pervitin auf den Markt gebracht wurde. Auf dem Schwarzmarkt wird Methamphetamin als weißes oder eingefärbtes kristallines Pulver, teilweise auch in Tablettenform oder Kapseln verkauft. Allerdings kann man illegal hergestelltem Methamphetamin nicht ansehen, welche Inhaltsstoffe tatsächlich enthalten sind. Methamphetamin wird auch als Crystal, Yaba, Perlik, Piko, Crank, Speed, Crystal-Speed oder Ice bezeichnet.

Konsumform

In der Regel wird Methamphetamin gesnieft, es kann aber auch geschluckt werden. In gelöster Form wird Methamphetamin auch gespritzt. Zu den selteneren Konsumformen zählt das Rauchen.

Wirkung

Methamphetamin wirkt ähnlich wie Amphetamin (Speed), nur wesentlich länger und stärker. Eine übliche Einmaldosis Amphetamin dauert ungefähr sechs bis acht Stunden. Bei Methamphetamin reicht eine gesniefte Konsumeinheit („Line“) dagegen aus, um bis zu 20 Stunden „drauf zu sein“. Bei häufigem Gebrauch wird die Wirkungsdauer kürzer, und es entsteht eine rasche Toleranzentwicklung.

Durch die Ausschüttung der körpereigenen Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin kommt es zu einer körperlichen Leistungssteigerung, verbunden mit einer Erhöhung des Pulses, der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Hunger und das Schlafbedürfnis werden unterdrückt. Ein gehobenes Selbstwertgefühl, erhöhte Risikobereitschaft, Euphorie, extreme Nervosität sowie ein gesteigerter Rededrang („Laberflash“) sind weitere typische Symptome

Risiken und Langzeitfolgen

Grundsätzlich sind die Risiken des Konsums wie bei allen Wirkstoffen abhängig von der Dosis, der Dauer des Konsums und der Verabreichungsform. Methamphetamin allerdings ist wegen seiner ausgesprochen hohen Giftigkeit für die Nervenzellen vermutlich eine höchst gefährliche aktivierende illegale Droge. Studien zeigen, dass besonders der Langzeitkonsum von Methamphetamin zu Nervenschäden im Gehirn führen kann. Diese sind begleitet durch Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme. Eine besonders riskante Konsumform ist das Rauchen der freien Methamphetamin-Base (“Ice”), denn es kann sehr schnell zu einer Vergiftung durch Überdosierung kommen.

Ein großes Risiko beim Konsum von Methamphetamin besteht in dem hohen Abhängigkeitspotential, wobei sich eine intensive psychische Abhängigkeit entwickeln kann. Es kann zum Beispiel zur Gewohnheit werden, gemeinsam mit anderen auf Partys zu konsumieren - oder auch im Alltag, um zu „funktionieren” oder bestimmte Gefühle hervorzurufen. Hinzu kommt, dass sich der Körper - ebenso wie bei Speed und Kokain - sehr schnell an Methamphetamin gewöhnt. Die Dosis muss dann erhöht werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Bei hohen Dosen und längerem Gebrauch zeigen sich weitere körperliche und psychische Risiken:

  • starker Gewichtsverlust
  • Hautentzündungen („Speed-Pickel“)
  • Zahnausfall
  • Magenschmerzen (im Extremfall Magendurchbruch)
  • Herzrhythmusstörungen

Zudem können Zittern, Unruhe, erweiterte Pupillen, Schlafstörungen und Kopfschmerzen auftreten. An den darauf folgenden Tagen kann es zu Depressionen, Gereiztheit, Trägheit und einem extremen Schlafbedürfnis kommen.

Ein weiteres hervorzuhebendes Risiko ist die Auslösung einer so genannten drogeninduzierten Psychose. Dabei kommt es durch den akuten Einfluss von Methamphetamin zu psychotischen Symptomen wie Halluzinationen mit Angstzuständen und Panikattacken. Oftmals verschwinden diese Symptome wieder nach Absetzen der Substanz. Doch es liegen auch Berichte vor, in denen eine länger anhaltende Psychose vermutlich infolge des Methamphetaminkonsums ausgelöst wurde. Allerdings herrscht noch Unklarheit darüber, ob es sich bei dauerhaften Methamphetaminpsychosen um eigenständige Formen der Psychose oder um eine durch Drogenkonsum ausgelöste Schizophrenie handelt.

Vorsicht Mischkonsum!

Der Mischkonsum mit anderen Substanzen sollte unbedingt vermieden werden. Beispielsweise stellt der gleichzeitige Konsum von Cannabis eine große Belastung für den Organismus dar, weil beide Drogen praktisch in entgegengesetzte Richtungen wirken. Bei der zusätzlichen Einnahme von Halluzinogenen kann sich ein intensiver Horrortrip entwickeln. Wer gleichzeitig Alkohol trinkt, läuft Gefahr zuviel zu trinken, da die Wirkung von Alkohol unterdrückt wird.

Verbreitung in Deutschland

Aussagekräftige Zahlen über die Verbreitung von Methamphetamin in Deutschland gibt es derzeit nicht (Stand Oktober 2006). In den repräsentativen Untersuchungen zum Drogenkonsum in Deutschland wird nicht speziell nach Methamphetamin gefragt, da es bislang keine verbreitete illegale Substanz in Deutschland war.

Hinweise über die Verbreitung gibt es aus regionalen Untersuchungen oder Polizeistatistiken. Nennenswert ist ein Drogenfund im März 2000. Damals wurde an einem deutsch-tschechischen Grenzübergang eine größere Menge (ein Kilogramm) Methamphetamin sichergestellt. In den Folgejahren ist die Menge des durch die Polizei beschlagnahmten Methamphetamins beständig gestiegen. So wurden 2005 insgesamt 16,4 kg Methamphetamin sichergestellt, was einer Zunahme von 105% zum Vorjahr entspricht.

Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts wird Methamphetamin vor allem in Tschechien hergestellt. Die größten sichergestellten Mengen Methamphetamin finden sich auch in den an Tschechien angrenzen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Bayern, mit entsprechenden Folgen. Eine Studie aus Bayern konnte beispielsweise aufzeigen, dass die Häufigkeit von Methamphetaminpsychosen im städtischen Krankenhaus Bayreuth von 1998 bis 2000 um das 2,5-fache gestiegen ist. Einer Untersuchung unter sächsischen Drogenkonsumenten zufolge werden aber Cannabis, Ecstasy und Biodrogen erheblich häufiger als Methamphetamin konsumiert.

Die Verbreitung von Methamphetamin scheint sich überwiegend auf die Grenzregion zu beschränken, aus anderen Bundesländern sind derartige Meldungen nicht zu verzeichnen. Rüdiger Engler vom Berliner Landeskriminalamt äußerte sich dazu in der „Welt“: „Diese synthetische Droge ist im Berliner Straßenhandel noch nicht aufgetaucht, aber trotzdem sehr gefährlich.“

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