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Drogenlexikon
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Amotivations-Syndrom
Der Begriff des Amotivations-Syndroms wurde in der klinischen Praxis im Zusammenhang mit psychiatrisch auffälligen Cannabiskonsumenten geprägt. Man hat beobachtet, dass dauerhafte Cannabiskonsumenten teilnahmslos, passiv und allgemein antriebsvermindert wirken sowie den Alltagsanforderungen mit einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber treten, sprich: sich ziemlich hängen lassen.
Aus diesen Beobachtungen wurde geschlossen, dass der Cannabiskonsum die Ursache für den Verlust an Motivation sei. Die Wissenschaftler Kleiber und Kovar (1998) haben in einer Expertise für das Gesundheitsministeriums jedoch darauf hingewiesen, dass hier vermutlich Ursache und Wirkung verwechselt wurden. Man müsse vielmehr davon ausgehen, dass Personen, die ohnehin schon demotiviert sind und der Leistungsgesellschaft kritisch gegenüber stehen, zum Abbau ihrer Frustration eher dazu neigen, Cannabis zu konsumieren, als geistig stabile Persönlichkeiten.
In einer groß angelegten Befragung von Cannabiskonsumenten haben die Sozialwissenschaftler Kleiber, Soellner und Tossmann (1996) 1458 Cannabiserfahrene u.a. nach ihrer Leistungsmotivation befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Konsumenten sich statistisch nicht bedeutsam von einer Normstichprobe unterscheiden. Unterschiede zeigen sich lediglich im Bereich der Hochmotivierten. Unter den Cannabiskonsumenten sind im Verhältnis zur Normstichprobe weniger Hochmotivierte zu finden.
Aufgrund der Forschungsergebnisse kann daher die Annahme eines durch Cannabis erzeugten Amotivations-Syndroms nicht aufrechterhalten werden.
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