
Das Nachtleben in Clubs
und auf Partys der
unterschiedlichen Musikrichtungen bildet vielfach einen zentralen
Bezugspunkt
im Leben junger Menschen. Ein aktives Party- bzw. Nachtleben erzeugt
jedoch
erhebliche Herausforderungen und Gefahren für die Gesundheit.
Klassische
Angebote der Sucht- und Drogenhilfe, ohne lebensweltbezogene
Ausrichtung,
erreichen diese Zielgruppen kaum oder gar nicht. Alternative Formen des
Zugangs
und der Ansprache sowie ein erweitertes Verständnis von
Suchtprävention sind
notwendig.
Mit dem Leitfaden
NACHTS LEBEN sollen all diejenigen mit
Anregungen unterstützt werden, die auf Party-Veranstaltungen und
in Clubs ein
gesundheitsförderliches Nachtleben gestalten wollen. Der Leitfaden NACHTS LEBEN ist das Resultat der
engagierten Zusammenarbeit im Arbeitskreis Healthy Nightlife, dem
Vertreter und
Vertreterinnen aus Szene-Initiativen, Beratungsstellen, Behörden
sowie
Partyveranstalter angehören. Trotz, aber auch wegen der
heterogenen
Zusammensetzung gelang es konkrete Handlungsempfehlungen für
relevante lokale
Akteure im Partybereich zu erstellen. Der Schwerpunkt des Leitfadens
liegt in
der Förderung von suchtpräventiven Strategien vor Ort, die
darauf abzielen, den
riskanten Konsum legaler und illegaler Drogen zu mindern. Das Ziel des
Leitfadens ist es, Akteuren aus unterschiedlichen Organisationen Tipps
und
Anregungen vorzustellen.
Ein Ergebnis der Tagung
war die Einschätzung, dass
der Diskussionsprozess über gesundheitsförderliche
Maßnahmen im Nachtleben und in
der Partykultur mit dem Leitfaden und der Fachtagung nicht
abgeschlossen ist.
Vielmehr repräsentieren die Vorschläge im Leitfaden – und
auch die Beiträge der
Tagung ‑ den aktuellen Diskussionsstand.
Ein weiterer Impuls der
Tagung war, dass es
erstrebenswert ist, möglichst viele kommunale Akteure für
suchtpräventive
Maßnahmen vor Ort zu gewinnen. Durch das Zusammenwirken von
lokalen Behörden,
Veranstaltern, Initiativen und Drogenberatungen bleiben die
Maßnahmen keine
„Einmalaktionen“, sondern können nachhaltig verankert werden.
Allerdings zeigten
viele Beiträge der Tagung, dass dafür ein langer Atem
notwendig ist und viele
Gespräche und Anläufe einkalkuliert werden müssen. In
der Praxis ist es mitunter
sehr mühsam, heterogene Akteure und verschiedene Interessenlagen
zu einer
gemeinsamen gesundheitsförderlichen Aktion im Nachtleben zu
bündeln. Für dieses
anstrengenden Prozesse können Anregungen des Leitfadens
herangezogen werden,
denn – so ein Teilnehmer der Tagung ‑ „das Rad muss nicht immer neu
erfunden
werden“.
Viele Beratungsstellen,
Initiativen und
Drogenberatungsstellen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands
waren auf
der Tagung vertreten. Daran knüpfte die Veranstalterin zum Schluss
der Tagung die
Hoffnung, dass der Diskussionsprozess engagiert weiter geführt
wird und die
diskutierten Ansätze und Impulse vor Ort „mit Leben gefüllt“
und intensiv
weiter entwickelt werden.
I. Vortrag im Plenum
Vortrag
Baumgärtner (pdf, 297 kB)