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Drugcom: Aktuelles: Nicht Ecstasy, sondern Drogenkonsum allgemein verschlechtert kognitive Leistungen

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07.03.2008

Nicht Ecstasy, sondern Drogenkonsum allgemein verschlechtert kognitive Leistungen

Viel Forschung ist in den letzten Jahren betrieben worden, um den Einfluss von Ecstasy auf das Gehirn zu untersuchen. Schädigt Ecstasy das Hirn oder ist es der Drogenkonsum im Allgemeinen? Kommt es zu unwiderruflichen Gehirnschäden oder nicht? Diese Fragen konnten bislang aus methodischen Gründen nur eingeschränkt untersucht werden. Ein britisches Forschungsteam hat ein Studiendesign gewählt, um diese methodischen Probleme ausschließen zu können. Ihr Ergebnis: Nicht Ecstasy, sondern Drogenkonsum generell führt zu Einbußen in den Hirnleistungen. In den untersuchten Leistungsbereichen haben sich aber nur bei der Merkfähigkeit bedeutsame Unterschiede gezeigt.

Ein Problem, mit dem alle Forschungsarbeiten zu Ecstasy umgehen müssen ist die Tatsache, dass oft nicht eindeutig ist, ob die gefundenen Ergebnisse dem Ecstasykonsum, anderen Drogen oder generellen Personenunterschieden zuzuschreiben sind. Rosa Hoshi und ihr Team schreiben in ihrem Forschungsartikel, dass sie diese Probleme gezielt angegangen sind, um zuverlässige Ergebnisse über die tatsächlichen Folgen des Ecstasykonsums zu erzielen.

Dazu haben sie viel Mühe auf die Rekrutierung von Untersuchungspersonen verwendet. Diese wurden auf vier Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe bestand aus 25 aktuell Ecstasykonsumierenden, die mindestens 25-mal Ecstasy konsumiert haben. Eine weitere Ecstasygruppe wurde aus 28 ehemaligen Konsumentinnen und Konsumenten gebildet, die ebenfalls mindestens 25 Konsumgelegenheiten hatten, aber schon seit einem Jahr oder länger keine Pillen mehr angerührt haben. Eine weitere Gruppe, bestehend aus 29 Personen, konsumierte aktuell alle möglichen Drogen, aber kein Ecstasy. Schließlich wurden 27 Probandinnen und Probanden als Kontrollgruppe hinzugezogen, die noch nie Drogen konsumiert haben.

Alle Personengruppen wurden so ausgewählt, dass sie hinsichtlich Alter, Intelligenz und anderen, für die kognitive Leistungsfähigkeit wichtigen Variablen, als vergleichbar betrachtet werden können. Zudem wurden die Personen der Drogengruppen so ausgesucht, dass sie in Bezug auf ihre Konsumerfahrung mit anderen Drogen wie Cannabis oder Kokain in etwa vergleichbar sind. Bedeutsame Personenunterschiede sollten damit ausgeschlossen werden.

Die Probandinnen und Probanden aller vier Gruppen mussten in einer Batterie von Psychotests die Leistungsfähigkeit ihrer grauen Zellen unter Beweis stellen. Getestet wurden unter anderem die Lern- und Merkfähigkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit, das Arbeitsgedächtnis oder die Auge-Hand-Koordination.

Das wichtigste Ergebnis der Studie lautet: Alle ehemals oder aktuell Drogenkonsumierenden zeigten in der Tendenz schlechtere Werte beim Gedächtnistest im Vergleich zur Kontrollgruppe, die Ex-User haben noch vergleichsweise gut abgeschnitten. Sie haben sich offenbar von den Folgen des Drogenkonsums wieder erholt, konnten aber noch nicht ganz die Leistungen der Kontrollgruppe erzielen.

Die Autorinnen ziehen daraus die Schlussfolgerung, dass nicht Ecstasy alleine, sondern Drogenkonsum an sich zu kognitiven Defiziten führt, wobei hier nur die Merkfähigkeit betroffen ist. Würde allein Ecstasy diesen Effekt haben, hätten sich Unterschiede zwischen der Gruppe der Ecstasykonsumierenden und der Mischkonsumgruppe ohne Ecstasy abzeichnen müssen. Dem war aber nicht so. Beide Gruppen zeigten in gleichem Maße schlechtere Ergebnisse im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Die Autorinnen und Autoren weisen aber auch darauf hin, dass die gefundenen Leistungsunterschiede in der Merkfähigkeit vergleichsweise gering sind. Zudem zeigten die meisten der durchgeführten Tests keine Unterschiede zwischen den drogenerfahrenen Personen und der Kontrollgruppe, die noch nie Drogen konsumiert hat.

Quelle:
Hoshi, R., Mullins, K., Boundy, C., Brignell, C., Piccini, P. & Curran, H. V. (2007). Neurocognitive function in current and ex-users of ecstasy in comparison to both matched polydrug-using controls and drug-naïve controls. Psychopharmacology, 194, 371-379.  Abstract


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