Drugcom: Aktuelles: Nur Minderheit von Cannabisabhängigen erlebt stärkere Entzugssymptome

Kopfbereich mit Suchfeld

Sprung zum Menü „Die Drogen“

Sprung zum Aktionsbereich

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Sprung zum Aktionsbereich

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Hauptinhaltsbereich

Sprung zum Seitenanfang

Sie befinden sich auf der Seite:

home > news > nur minderheit von cannabisabhängigen erlebt stärkere entzugssymptome

16.10.2009

Nur Minderheit von Cannabisabhängigen erlebt stärkere Entzugssymptome

Nicht lange ist es her, da galten körperliche Entzugserscheinungen bei Cannabisabhängigkeit noch als Mythos. Forschungsarbeiten in der jüngsten Zeit konnten jedoch Belege für Entzugssymptome bei Cannabisabhängigen vorlegen. Eine aktuelle Studie aus Deutschland konnte dies bestätigen. Allerdings litt nur eine Minderheit der untersuchten Cannabisabhängigen an starken Entzugserscheinungen.

Etwa ein bis sieben Prozent aller Personen, die Cannabis rauchen, entwickeln in ihrem Leben eine Cannabisabhängigkeit. Forschungsstudien haben gezeigt, dass manche der Cannabisabhängigen sowohl psychische als auch körperliche Entzugserscheinungen erleben, wenn sie ihren Konsum einstellen. Meist ist der Wunsch nach weiterem Konsum sehr ausgeprägt. In speziellen Suchtkliniken gibt es daher so genannte Entgiftungsstationen, in denen Cannabisabhängige unter ärztlicher Aufsicht von der Droge loskommen.

Ulrich Preuss und sein Forschungsteam haben eine Gruppe von 118 Cannabisabhängigen begleitet, die an einem stationären Entzug in einer Suchtklinik in Greifswald teilnahmen. Nach dem Stopptag, an dem die im Schnitt 20 Jahre jungen Männer und Frauen ihren Cannabiskonsum einstellten, wurde über einen Zeitraum von 10 Tagen Art und Schweregrad der Entzugserscheinungen untersucht.

Die am häufigsten berichteten körperlichen Entzugsprobleme, die als besonders belastend empfunden wurden, waren starkes Schwitzen (28 Prozent), Schlafstörungen (21 Prozent), Hitzewallungen (21 Prozent) und verringerter Appetit (15 Prozent). Die meisten Probleme bereitete der starke Wunsch nach weiterem Konsum (Craving), der von 38 Prozent berichtet wurde. Unter den als besonders unangenehm eingestuften psychischen Symptomen waren am häufigsten Unruhe und Nervosität (20 Prozent) sowie Niedergeschlagenheit (19 Prozent) genannt. Bereits am ersten Tag nach dem Absetzen von Cannabis waren die Entzugssymptome am stärksten. Anschließend nahm die Intensität kontinuierlich ab.

Damit bestätigten Preuss und sein Team frühere Forschungsarbeiten, die typische Entzugssymptome bei Cannabisabhängigen feststellen konnten. Jedoch hatten weniger als die Hälfte der Cannabisabhängigen mittlere bis schwere Entzugserscheinungen. Die meisten hatten entweder keine oder nur milde Entzugssymptome nach dem Stopptag.

In ihrem Fachartikel betonen die Autorinnen und Autoren der Studie die Wichtigkeit, Entzugssymptome bei Cannabisabhängigkeit angemessen zu behandeln. Allerdings sei nur in einer kleinen Gruppe von Cannabisabhängigen stärkere körperliche Entzugssymptome zu erwarten, auch bei zum Teil intensivem Cannabiskonsum.

Quelle:
Preuss, U., Watzke, A., Zimmermann, J., Wong, J. & Schmidt, C. (2009). Cannabis withdrawal severity and short-term course among cannabis-dependent adolescent and young adult inpatients. Drug and Alcohol Dependence, doi:10.1016/j.drugalcdep.2009.08.008. Abstract


Weiteres zum Thema auf drugcom.de

News

Topthemen

weitere verwandte Artikel

zum Seitenanfang

Über uns | Kontakt | Newsletter | Downloads | Materialien | Sitemap | Impressum | Datenschutz | Gebärdensprache

.