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Drugcom: Aktuelles: Doch kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychose?

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17.07.2009

Doch kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychose?

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen sind in der Vergangenheit zu dem Schluss gekommen, dass Cannabiskonsum die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch einer Psychose erhöht. Ein Forschungsteam hat nun die Entwicklung der Psychoseerkrankungen in der britischen Bevölkerung unter die Lupe genommen. Da der Cannabiskonsum in Großbritannien seit den 1970er Jahren stark angestiegen ist, müsste die Anzahl an psychotischen Erkrankungen demzufolge ebenfalls zugenommen haben. Die Forscherinnen und Forscher der Keele Universität haben diese Hypothese mit Hilfe von Patientendaten überprüft - und fanden keine Bestätigung.

In einer Übersichtsarbeit von 2007 wurde von einem britischen Forschungsteam um Studienleiter Stanley Zammit berechnet, dass Cannabiskonsumierende gegenüber abstinenten Personen mit einer 41 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an einer Psychose erkranken. Besonders häufiger Cannabiskonsum würde das Risiko, psychotisch zu werden, sogar verdoppeln.

Matthew Hickman und Kollegen kommen in einer weiteren Studie zu dem Ergebnis, dass der Cannabiskonsum in Großbritannien zwischen 1970 und 2002 um das 18-fache bei unter 18-Jährigen angestiegen ist. Für Cannabiskonsumierende wurde eine bis zu 3,1-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit berechnet, an Schizophrenie zu erkranken; allerdings nur, wenn der Erstkonsum unter 20 Jahren stattfindet. Das erhöhte Risiko würde bis zu 20 Jahre andauern. Wenn es nun einen ursächlichen Zusammenhang zwischen frühem Cannabiskonsum und Schizophrenie geben sollte, schlussfolgert das Team um Hickman, müsste der Anteil an Personen, die an Schizophrenie erkranken, zwischen 1990 und 2010 bedeutsam ansteigen. Etwa ein Viertel aller neuen Fälle von Schizophrenie würden dann auf Cannabis zurückzuführen sein.

Zur Überprüfung dieser Vorhersage führten Martin Frisher und sein Team von der Keele Universität in Staffordshire, Großbritannien, eine aktuelle Studie durch. Sie werteten die Daten von über 600.000 Patientinnen und Patienten im Altersbereich zwischen 16 und 44 Jahren aus, die zwischen 1996 und 2005 einen Arzt aufgesucht haben. Das Team konzentrierte sich dabei auf die diagnostizierten Schizophrenien und anderen psychotischen Erkrankungen.

Entgegen den Erwartungen ist die Häufigkeit der diagnostizierten Schizophrenien und anderen Psychosen in diesem Zeitraum eher rückläufig gewesen. Bei der Häufigkeit der Neuerkrankungen blieb die Anzahl der an Schizophrenie erkrankten Personen stabil. Andere Psychosen wurden sogar signifikant seltener diagnostiziert.

Die Annahme, dass Cannabiskonsum Psychosen verursacht, schlussfolgern Martin Frisher und sein Team in ihrem Fachartikel, könne durch Bevölkerungsdaten jedenfalls nicht bestätigt werden. Sie geben zu bedenken, dass in früheren Studien häufig nicht klar herausgearbeitet wurde, in welche Richtung der ursächliche Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychose zu verstehen sei. Denn es gäbe ebenso Hinweise darauf, dass Patientinnen und Patienten, bei denen eine Psychose ausgebrochen ist, im Nachhinein in erhöhtem Maße zu psychoaktiven Substanzen greifen.

Quellen:
Frisher, M., Crome, I., Martino, O. & Croft, P. (2009). Assessing the impact of cannabis use on trends in diagnosed schizophrenia in the United Kingdom from 1996 to 2005. Schizophrenia Research, doi:10.1016/j.schres.2009.05.031. Abstract


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