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News-Archiv


Archiv Jahr 2019


25.12.2019

Partyfeiern auf Amphetaminen kann Herz schwer schädigen

In Notfallambulanzen werden immer wieder junge Menschen mit schweren Herzschäden behandelt. Häufig könnten Stimulanzien wie Speed oder Crystal Meth die Ursache sein, warnt die Deutsche Herzstiftung.

Schriftzug Notaufnahme

Bild: axelbueckert / photocase.de

Ein 21-Jähriger kommt am frühen Sonntagmorgen in die Notaufnahme. Er habe durchgefeiert, bekomme nun kaum noch Luft und fühle sich sehr schlecht. Eine Untersuchung zeigt, dass seine linke Herzkammer kaum noch pumpt. Feine Narben durchziehen seinen Herzmuskel wie ein Netz und verdrängen funktionstüchtiges Muskelgewebe. Abgesehen vom Amphetaminkonsum kann keine andere mögliche Ursache festgestellt werden. Das Herz des jungen Mannes ist so stark geschädigt, dass er eine Herztransplantation benötigt.

Über diesen und weitere ähnlich gelagerte Fälle berichtet der Kardiologe Heinrich Klues in einer Publikation der Deutschen Herzstiftung. Immer wieder würden junge Menschen mit Herzproblemen in seiner Klinik behandelt. Eine Online-Umfrage unter Kardiologinnen und Kardiologen habe gezeigt, dass andere Kliniken ähnliches berichten. Allein 2012 seien bundesweit 36 Personen mit schweren Herzschäden behandelt worden, bei denen sich die befragte Ärzteschaft sicher war, dass die Herzerkrankung auf den Konsum von Amphetaminen zurückgeführt werden können.

Herzschädigungen würden häufig zu spät wahrgenommen

Amphetamin und Methamphetamin, auch bekannt als Speed und Crystal Meth, werden zuweilen als Partydrogen konsumiert. Die stimulierenden Drogen versetzen den Körper in einen Ausnahmezustand, indem er gezwungen wird, seine Energiereserven freizusetzen. Dieser Zustand kann euphorische Gefühle und den Eindruck vermitteln, unbegrenzt leistungsfähig zu sein.

Noch sei zwar unklar, wie es zu den Vernarbungen des Herzmuskels kommt. Vermutet wird aber, dass der chronische Stress durch häufigen Amphetaminkonsum dazu beiträgt. Klues warnt, dass die Betroffenen die Leistungseinbußen in der Regel erst wahrnehmen, wenn die Schädigung schon weit vorangeschritten ist. Denn junge Menschen würden meist über große Leistungsreserven verfügen.

Erste Berichte über Herzschäden stammen aus den USA. So konnte 2008 in einer groß angelegten Studie aufgezeigt werden, dass Amphetamin das Herzinfarktrisiko in der Gruppe der 18- bis 44-Jährigen um 61 Prozent erhöht. Auch für den Konsum von Crystal Meth konnten schwere Herzschäden nachgewiesen werden. Zudem trägt häufiger Amphetaminkonsum zur Gefäßversteifung und damit zur beschleunigten Alterung bei.

 

Quellen: