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 HomeNewsArchiv > 2016 > Rauschtrinken macht unattraktiv

News-Archiv


Archiv Jahr 2016


05.02.2016

Rauschtrinken macht unattraktiv

Alkohol gehört für viele Menschen zum Feiern dazu. Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken des Rauschtrinkens müssen Betrunkene allerdings damit rechnen, an Attraktivität einzubüßen.

Zwei Männer machen Faxen

Bild: froodmat / photocase.com

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Jeder Mensch hat einen unterschiedlichen Geschmack, wenn es darum geht, die Attraktivität anderer Personen zu beurteilen. Dennoch gibt es Merkmale, die von den meisten Menschen als attraktiv gewertet werden. Ein symmetrisches Gesicht oder eine gesunde und gleichmäßige Hautfarbe beispielsweise sind solche Merkmale, die gemeinhin als attraktiv wahrgenommen werden.

Gute Durchblutung gilt als attraktiv

Ein Forschungsteam der Universität Bristol hat nun untersucht, ob sich die Beurteilung der Attraktivität verändert, wenn die zu bewertende Person Alkohol getrunken hat. Frühere Studien weisen darauf hin, dass eine gut durchblutete Haut mit einem leicht rötlichen Teint als attraktiver wahrgenommen wird als blasse Haut. Von Alkohol ist bekannt, dass es die Blutgefäße weitet, wodurch die Haut stärker durchblutet wird. Werden alkoholisierte Personen womöglich als attraktiver eingeschätzt als nüchterne?

Diese Frage haben Marcus Munafo und sein Team experimentell überprüft. Sie baten Studierende die Attraktivität von Personen zu beurteilen, die zuvor dreimal fotografiert wurden: Im nüchternen Zustand sowie nach einer niedrigen Dosis und nach einer hohen Dosis Alkohol. Die niedrige Dosis entsprach nach Angaben des Forschungsteams einem viertel Liter Wein, also etwa zwei bis drei Gläser. Das ist - nebenbei bemerkt - für Frauen schon kein risikoarmer Konsum mehr. Die hohe Dosis entsprach einem halben Liter Wein, erfüllte also bereits die Kriterien des Rauschtrinkens. Wie auf einem Passfoto sollten die Personen neutral in die Kamera schauen, so dass der Gesichtsausdruck auf allen Fotos nahezu identisch ist.

Den Studierenden wurden jeweils nur zwei Fotos von einer Person vorgelegt. Das erste Foto zeigte die Person im nüchternen Zustand, das zweite Foto ist entweder nach der niedrigen oder der hohen Dosis Alkohol aufgenommen worden. Die Versuchspersonen mussten entscheiden, auf welchem Bild die Person attraktiver aussieht.

Schmaler Grat

Dabei zeigte sich, dass Personen, die unter dem Einfluss einer niedrigen Dosis Alkohol standen, tatsächlich als attraktiver bewertet wurden. Wenn die zu bewertende Person aber eine hohe Dosis Alkohol getrunken hatte, kehrte sich die Einschätzung der Attraktivität um. Dann bevorzugten die Studierenden das Bild, auf dem die Person nüchtern war.

Es ist nicht bekannt, welche Merkmale bei der Beurteilung der Attraktivität den Unterschied gemacht haben. Marcus Munafo und sein Team betonen in ihrer Publikation aber, dass „jeglicher Effekt, den Alkohol auf die wahrgenommene Attraktivität hat, nur innerhalb eines relativ schmalen Konsumfensters stattfindet.“

Quelle:
Van Den Abbeele, J., Penton-Voak, I. S., Attwood, A. S., Stephen, I. D. & Munafò, M. (2015). Increased Facial Attractiveness Following Moderate, but not High, Alcohol Consumption. Alcohol and Alcoholism, 50(3), 296-301.