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 HomeNewsArchiv > 2016 > Reduktion des Cannabiskonsums verringert Depressionen bei Frauen

News-Archiv


Archiv Jahr 2016


01.01.2016

Reduktion des Cannabiskonsums verringert Depressionen bei Frauen

Ob Cannabis Depressionen hervorruft, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Einer aktuellen Studie zufolge nehmen depressive Symptome bei Frauen jedoch ab, wenn sie ihren Cannabiskonsum reduzieren.

Frau steht vor Wolkenhintergrund, hebt Arme und lächelt

Bild: xxee | REHvolution / photocase.com

„Ich hatte eine Art Depression entwickelt, die mich in vielerlei Hinsicht gelähmt hat“, berichtet SolnoSchka, eine ehemalige Teilnehmerin von Quit the Shit. Ihr Zustand habe sich immer mehr verschlechtert, parallel dazu habe sie immer mehr gekifft.

Es ist nicht bekannt, ob die Teilnehmerin schon vor dem Kiffen depressiv war oder nach dem Einstieg in das Kiffen depressiv geworden ist. Auch in der Wissenschaft gibt es eine Kontroverse darüber, ob Cannabis Depressionen auslösen kann oder ob Menschen mit Depressionen eher dazu neigen zu kiffen. Tatsache ist jedoch, dass viele Menschen mit problematischem Cannabiskonsum so genannte komorbide Störungen aufweisen, also zusätzlich zum starken Cannabiskonsum noch andere psychische Probleme haben, wie Angststörungen oder depressive Symptome. Und es gibt Hinweise, dass sich die Behandlung des Substanzgebrauchs positiv auf diese Störungen auswirken kann.

Kiffen als Stressbewältigung

Forscher aus den USA haben nun in einer Wiederholungsbefragung untersucht, welchen Einfluss die Reduktion des Cannabiskonsums auf depressive Symptome bei Frauen hat. Männer überwiegen zwar unter den Cannabiskonsumierenden, es gibt aber Hinweise aus der Forschung, dass Frauen, wenn sie kiffen, in besonderem Maße dazu neigen, den Konsum zur Bewältigung von emotionalen Stress zu benutzen.

332 Frauen haben an der Studie teilgenommen, in der die Wirkung einer kurzen Intervention untersucht wurde. Die Intervention bestand aus zwei Gesprächen, in denen es darum ging, die Frauen zur Reduktion ihres Cannabiskonsums zu motivieren. Drei und sechs Monate später wurden die Studienteilnehmerinnen erneut zu ihrem Cannabiskonsum sowie zu depressiven Symptomen befragt.

Verringerte Depressionen als Nebeneffekt

Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Je stärker die Frauen ihren Cannabiskonsum gesenkt hatten, desto mehr nahm auch die depressive Symptomatik ab. Studienleiter Ethan Moitra und seine Kollegen betonen, dass es im Rahmen der Intervention nicht darum ging, Depressionen zu behandeln. Dies war gewissermaßen ein Nebeneffekt der Beratungsgespräche.

Unklar ist, wie dieser Zusammenhang zustande kommt. Moitra und sein Team spekulieren, dass Cannabis möglicherweise auf neurobiologischer Ebene mit Depressionen in Verbindung steht. So spiele das Endocannabinoid-System auch einer Rolle bei der Regulation von Emotionen. Starker Cannabiskonsum könnte dieses System aus dem Gleichgewicht bringen, vermuten die Forscher.

SolnoSchka ging es ebenfalls besser, nachdem sie aus dem Kreislauf aus Kiffen, Grübeln und dem schlechtem Gewissen wegen des Kiffens ausgestiegen ist. Sie merkte zwar, dass sie noch einen längeren Weg vor sich hat, bis sie sich wieder fühlen kann wie früher. Sie empfand aber auch Stolz darüber, wieder die Kontrolle über ihr Verhalten gewonnen zu haben.

Quelle:
Moitra, E., Anderson, B. J & Stein, M. D. (2015). Reduction in cannabis use are associated with mood improvement in female emerging adults. Depression and Anxiety, DOI: 10.1002/da.22460.