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Drugcom: Archiv: Studie findet keinen Einfluss auf Intelligenz bei frühem Einstieg in Cannabiskonsum

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News-Archiv


Archiv Jahr 2017


08.09.2017

Studie findet keinen Einfluss auf Intelligenz bei frühem Einstieg in Cannabiskonsum

In einer Studie mit Zwillingen ließen sich keine Einbußen durch den frühen Einstieg in den Cannabiskonsum nachweisen - selbst bei Cannabisabhängigkeit.

Zwei Personen mit orangen Kapuzenpullis im Schneidersitz vor blauer Wand

Bild: french_03 / photocase.com

Das Gehirn Jugendlicher befindet sich noch in der Entwicklung. Mehrere Studien legen nahe, dass Cannabis die Gehirnentwicklung Jugendlicher beeinflusst. Schlägt sich das Kiffen womöglich auch in einer niedrigeren Intelligenz nieder? Die Forscherin Madeline Meier und ihr Team hatten 2012 die Ergebnisse einer Längsschnittstudie zu dieser Frage vorgelegt. Demnach würde der Intelligenzquotient bis zu 8 Punkte sinken, wenn der Einstieg in den Cannabiskonsum vor dem Alter von 18 Jahren erfolgt. Als Intelligenzquotient oder als IQ bezeichnet man das Ergebnis, das ein Intelligenztest liefert.

Meier und ihr Team haben die Daten einer weiteren Längsschnittstudie ausgewertet. An der Studie waren rund 2.000 Zwillinge beteiligt, 56 Prozent waren eineiig. Zwillinge sind sich genetisch sehr ähnlich und wachsen in der Regel in der gleichen Familie auf. Die Intelligenz wurde im Alter von 5, 12 und 18 Jahren ermittelt.

IQ sinkt nur geringfügig

Eine erste Analyse schien die früheren Ergebnisse zu bestätigen: Teilnehmende, die im Alter von 18 Jahren cannabisabhängig waren, hatten einen rund 7 Punkte niedrigeren IQ als Nicht-Konsumierende gleichen Alters. Bei näherer Betrachtung ließ sich diese Differenz aber nicht auf Cannabis zurückführen.

Cannabisabhängige Jugendliche wiesen schon mit 12 Jahren, also in der Regel vor dem ersten Joint, eine niedrigere Intelligenz auf als Jugendliche, die keine Abhängigkeit entwickelt haben. Zwischen dem Alter von 12 und 18 Jahren ist der IQ bei Cannabisabhängigen zwar etwas gesunken, allerdings nur um 1,81 IQ-Punkte. Bei nicht-abhängigen Jugendlichen sank der IQ um 0,08 IQ-Punkte. Der durchschnittliche IQ liegt bei 100 Punkten.

Keine IQ-Unterschiede bei Zwillingen

Wurden ausschließlich Zwillingspaare miteinander verglichen, von denen ein Zwilling cannabisabhängig war und der andere nicht, so war keine unterschiedliche Entwicklung der Intelligenz erkennbar. Abhängige und nicht abhängige Zwillinge wiesen mit 18 Jahren den gleichen IQ auf, unabhängig vom Cannabiskonsum. Lediglich in einem Test, der einen speziellen Aspekt des Arbeitsgedächtnisses überprüft hat, schnitten cannabisabhängige Zwillinge etwas schlechter ab.

Ähnliche Ergebnisse erzielte das Forschungsteam, wenn nicht Cannabisabhängigkeit, sondern Konsumhäufigkeit die Berechnungsgrundlage war. Der IQ war bei Jugendlichen mit wöchentlichem Cannabiskonsum nur minimal stärker gesunken als bei abstinenten Jugendlichen.

Das Forschungsteam schließt aus seinen Ergebnissen, dass Cannabis keinen oder nur einen geringfügigen Einfluss auf die Entwicklung der Intelligenz bis zum Alter von 18 Jahren hat. Damit bestätigt die Studie andere Untersuchungen, die ebenfalls keinen Einfluss auf die Intelligenz nachweisen konnten.

Widerspruch zur früheren Studie?

Und wie erklären sich die Forscherinnen und Forscher, dass sie in ihrer ersten Studie zu scheinbar gegenteiligen Ergebnissen kamen? Ihrer Meinung nach würden sich die Studienergebnisse nicht widersprechen. So hätten sie auch in ihrer aktuellen Studie kognitive Defizite durch Cannabiskonsum nachweisen können, wenn auch nur geringfügige. In der ersten Studie aus 2012 wurde die Intelligenz im Alter von 38 Jahren gemessen, und viele der Teilnehmenden hatten als Erwachsene weitergekifft. Möglicherweise würde die Intelligenz im Erwachsenenalter erst nach und nach durch starkes Kiffen abnehmen - vorausgesetzt sie sind schon als Jugendliche in den Konsum eingestiegen.


Quelle:
Meier, M., Caspi, A., Danes, A., Fisher, H. L., Houts, R., Arsenault, L. & Moffitt, T. E. (2017). Associations between Adolescent Cannabis Use and Neuropsychological Decline: A Longitudinal Co-Twin Control Study. Addiction, doi: 10.1111/add.13946.

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