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Drugcom: Archiv: Alkoholprävention mit Nebenwirkungen

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News-Archiv


Archiv Jahr 2003


13.08.2003

Alkoholprävention mit Nebenwirkungen

44% aller US-amerikanischen Studenten trinken exzessiv Alkohol. Die Universitäten begegnen dem "Binge drinking" (Rauschtrinken) mit Präventionsaktivitäten. Marketingkampagnen sollen soziale Normen über gesundheitsverträglichen Alkoholkonsum unter den Studenten fördern. Doch die ernüchternden Ergebnisse einer aktuellen Evaluationsstudie zeigen, dass der Alkoholkonsum an den beteiligten Unis nicht zurückgegangen, teilweise sogar gestiegen ist.

Der hohe Alkoholkonsum unter US-amerikanischen Studenten hat seine Folgen. Nach einer Schätzung des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (NIAAA) werden jährlich eine halbe Million Studenten alkoholbedingt im Krankenhaus behandelt, und rund 1.400 Studenten kommen im Alkoholrausch ums Leben: 1.100 verunglücken im Straßenverkehr, 300 fallen aus dem Fenster, ertrinken oder wachen nach dem Trinkgelage nicht mehr auf. Zudem werden rund 70.000 Studentinnen von alkoholisierten Kommilitonen vergewaltigt oder sexuell belästigt.

Um das übermäßige Trinken einzudämmen wurden Kampagnen entwickelt, die darauf abzielen, den sozialen Druck abzuschwächen, beim Trinken mitzumachen. Dazu gehören z. B. Poster mit der Aufschrift: "Die meisten Studenten an diesem College trinken fünf oder weniger Gläser, wenn sie eine Party feiern." Doch offenbar wirken die Poster nicht wie erhofft.

Forscher der Harvard School of Public Health kamen in einer groß angelegten Vergleichsstudie zu dem Schluss, dass der Alkoholkonsum an Universitäten mit den Kampagnen zu gesundheitsverträglichem Alkoholkonsum nicht abgenommen hat. Die Anzahl der Studenten, die überhaupt im letzten Monat Alkohol getrunken haben, hat sich sogar an einigen Fakultäten erhöht. Hingegen blieb der Alkoholkonsum an den Universitäten, die sich nicht an der Kampagne beteiligt haben, unverändert.

"Besonders an großen Universitäten mit vielen unterschiedlichen studentischen Gruppierungen werden Studenten eher von ihrem unmittelbaren Freundeskreis beeinflusst als von den Trinkgewohnheiten eines ominösen Durchschnittsstudenten", urteilt Henry Wechsler, Leiter der Studie. Seiner Meinung nach sollten Präventionsmaßnahmen besser auf Methoden basieren, deren Wirkung empirisch belegt sei, wie beispielsweise Preiserhöhungen, statt auf dem "Wunschdenken" der Macher von Kampagnen.

Quellen:

College Alcohol Study an der Harvard School of Public Health

Originalliteratur:
Wechsler, H., Nelson, T. F., Lee, J. E., Seibring, M., Lewis, C. & Keeling, R. P. (2003). Perception and Reality: A National Evaluation of Social Norms Marketing Interventions to Reduce College Students’ Heavy Alcohol Use. Journal of Studies on Alcohol, 64 (4), 484-494. PDF

Wechsler, H., Lee, J. E., Kuo, M., Seibring, M., Nelson, T. F. Lee, H. (2002). Trends in College Binge Drinking During a Period of Increased Prevention Efforts. Journal of American College Health, 50 (5), 203-217.

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