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Drugcom: Archiv: Drogenkonsum als TV-Ereignis

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News-Archiv


Archiv Jahr 2005


13.10.2005

Drogenkonsum als TV-Ereignis

Das niederländische Fernsehen ist bekannt für seine merkwürdigen Sendeformate. So haben die Holländer beispielsweise „Big Brother“ erfunden. Im Oktober plant nun ein Moderator, live Heroin und LSD in seiner Sendung zu konsumieren.

Der 26-jährige Moderator Filemon Wesselink plant in seiner neuen TV-Show „Spuiten & Slikken“ (Spritzen & Schlucken), öffentlich und live Heroin zu rauchen und LSD zu nehmen. Außerdem sollen Gäste zum Thema Drogenkonsum interviewt werden. Die Sprecherin der verantwortlichen Produktionsfirma BNN sagt dazu: „Unsere Intention ist nicht, einen Schrei der Entrüstung auszulösen. Wir wollen einfach nur über Themen reden, die ein Teil des Lebens der Jugend sind.“ Entrüstung wurde dennoch geäußert, vor allem in politisch konservativen Kreisen. Ein Sprecher der Christdemokraten bezeichnete die geplante Show als "gefährlich" und "ein schlechtes Beispiel".

Noch unklar ist außerdem, ob Wesselink mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen muss. Auch im liberalen Holland ist der Besitz von Heroin oder LSD verboten. Allerdings räumte ein Sprecher des Justizministeriums ein, dass die niederländische Polizei nicht die Mittel habe, Personen zu verfolgen, die im Besitz von weniger als einem halben Gramm Heroin sind.

Im Gegensatz zu „Big Brother“ handelt es sich bei „Spuiten & Slikken“ wohl nicht um ein TV-Format, das es auch bald in Deutschland geben könnte. Eine Sprecherin der deutschen Produktionsfirma Schwartzkopff sagt hierzu: „Die Gefahr solcher Sendungen besteht generell sicherlich darin, Drogenkonsum als ungefährlich darzustellen und vor allem Jugendliche zum Drogenkonsum zu verleiten. Ein Aufklärungsaspekt ist unserer Meinung nach nicht gegeben.“

Quellen:

www.pressetext.de
www.freenet.de

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