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Drugcom: Archiv: "Medikamentenabhängigkeit ist ein Massenphänomen"

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News-Archiv


Archiv Jahr 2006


17.11.2006

"Medikamentenabhängigkeit ist ein Massenphänomen"

Ist von Suchtmittelabhängigkeit die Rede, so denken die meisten vermutlich zunächst an illegale Drogen wie Heroin oder Kokain. Eine sehr viel größere Anzahl an Menschen ist jedoch abhängig von legal erhältlichen bzw. verschreibungspflichtigen Medikamenten. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), die am 13.11.2006 vorgestellt wurde.

In Deutschland sind etwa 1,4 bis 1,9 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Zum Vergleich: Schätzungen zufolge sind etwa 140.000 Personen abhängig von Cannabis, der am häufigsten konsumierten illegalen Droge. Die meisten Medikamentenabhängige greifen zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine. Das bekannteste Präparat aus dieser Gruppe ist Valium. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing erklärt dazu: „Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit ist in Deutschland ein Massenphänomen. Es muss mehr getan werden, um die Betroffenen zu erreichen und ein öffentliches Bewusstsein für die Problematik zu schaffen.“

„Dies ist eine alarmierende Zahl,“ so Sabine Bätzing weiter. „Damit erreicht die Medikamentenabhängigkeit in Deutschland ein vergleichbares Ausmaß wie die Alkoholabhängigkeit. In der breiten Öffentlichkeit wird diese Krankheit jedoch nur wenig wahrgenommen. Es ist mir daher ein besonderes Anliegen, dass dieser Form der Sucht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird und die Betroffenen von Aufklärungsmaßnahmen besser erreicht werden. Eine große Bedeutung kommt dabei auch den Ärzten und Apothekern zu, da sie die Verschreibung bzw. den Vertrieb der Medikamente kontrollieren. Ich begrüße ausdrücklich die laufenden Aktivitäten der Bundesärztekammer, die sich dieses Themas angenommen hat.“

Die Bundesärztekammer wird voraussichtlich Ende dieses Jahres den Leitfaden „Schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit von Medikamenten“ veröffentlichen. Dieser richtet sich an die Ärzte und soll ihnen umfangreiche Hinweise zur Verschreibung von Medikamenten mit Missbrauchspotential an die Hand geben.

Nach der Studie der DHS sind vor allem Frauen betroffen. Viele Frauen benutzen Schlaf- und Beruhigungsmittel, um die alltäglichen Belastungen in Familie, Partnerschaft und Beruf besser bewältigen zu können. Dabei gelingt es ihnen oftmals über lange Zeit, ihre Krankheit verborgen zu halten und im Alltag den Schein der Normalität aufrecht zu erhalten. Laut Studie ist es auch deshalb besonders schwierig, die betroffenen Menschen über die Gefahren des Langzeitkonsums durch gezielte Aufklärungsmaßnahmen zu erreichen.

Siehe auch:
Studie der DHS (pdf, 500 kB)
Topthema August 2005: „Medikamente gegen Befindlichkeitsstörungen“
DHS-Broschüre zu Medikamentenabhängigkeit (pdf, 1.3 MB)

Quelle:
Pressemitteilung der Drogenbeauftragten vom 13.11.2006
DHS

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