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Drugcom: Archiv: "Rückzug in digitale Phantasiewelt"

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News-Archiv


Archiv Jahr 2006


24.11.2006

"Rückzug in digitale Phantasiewelt"

Das Internet ist für viele Menschen kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. Manche Menschen gehen dabei so weit, dass sie Anzeichen einer Abhängigkeit vom „Surfen“ entwickeln. Doch einer aktuellen Studie zufolge liege der zwanghaften Internetnutzung meist eine psychische Erkrankung zugrunde, die auch unabhängig von der Mediennutzung besteht.

Der Mediziner Bert te Wildt von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersuchte mit seinem Forschungsteam Menschen, die wegen ihrer exzessiven Internetnutzung psychiatrische Unterstützung bedurften. Die 23 internetabhängigen Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden einer Kontrollgruppe gegenübergestellt, die in Bezug auf Alter, Geschlecht und Schulbildung vergleichbar war. Dabei zeigte sich, dass sich die zu 75 Prozent männlichen Internetabhängigen pro Tag durchschnittlich sechseinhalb Stunden im Internet aufhielten, insbesondere in Internet-Rollenspielen wie „World of Warcraft“.

Bei allen Probandinnen und Probanden konnten im Rahmen ausführlicher Arztgespräche und mit Hilfe psychologischer Tests psychiatrische Erkrankungen festgestellt werden, die sich auch unabhängig von der Medienproblematik erklären ließen. 80 Prozent der Probandinnen und Probanden zeigten die Symptome einer Depression, die auch schon vor der Entwicklung der Internetabhängigkeit vorhanden war. Andere häufige Erkrankungen in diesem Zusammenhang waren Angsterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen.

Zum Zeitpunkt der Untersuchung wies keiner der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer weitere Suchterkrankungen auf. Dies untermauert die Annahme von Studienleiter te Wildt, dass hier die diagnostische Einordnung als Suchterkrankung nicht stimmig ist: „Anders als bei stoffgebundenen Suchterkrankungen wie Alkohol-, Medikamenten- oder Drogensucht sprechen unsere Daten dafür, dass sich hinter pathologischer Internetnutzung bekannte psychische Störungen verbergen, die mit der Übersetzung in die virtuelle Welt einen Symptomwandel erfahren." Oder anders ausgedrückt: Bei den Internetabhängigen haben vorhandene psychische Probleme dazu geführt, die virtuelle der realen Welt vorzuziehen.

Bert te Wildt sieht die Problematik zudem in einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhang: „Es geht hier nicht zuletzt um ein soziologisches Problem, das am Ende auch noch die Politik beschäftigen wird, warum sich immer mehr erwachsene Menschen aus der konkreten Welt, in der sie sich offensichtlich immer mehr narzisstischen Kränkungen ausgesetzt sehen, den depressiven Rückzug in eine zumeist infantile digitale Phantasiewelt antreten, um dort die Helden zu spielen, die sie im realen Leben nicht sein können."

Quelle:
Pressemitteilung des MHH

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