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Drugcom: Archiv: Mögliche Schädigungen durch Cannabiskonsum während der Schwangerschaft

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News-Archiv


Archiv Jahr 2007


01.06.2007

Mögliche Schädigungen durch Cannabiskonsum während der Schwangerschaft

Konsumieren Frauen während der Schwangerschaft Cannabis, gefährden sie dadurch möglicherweise die Hirnentwicklung ihres ungeborenen Kindes. Darauf weisen die Ergebnisse eines schwedischen Forschungsteams anhand von tierexperimentellen Untersuchungen hin.

Studienleiter Tibor Harkany und sein Team konnte anhand von Experimenten mit Mäusen aufzeigen, dass die so genannten Endocannabinoide eine wichtige Rolle bei der Hirnentwicklung spielen. Endocannabinoide sind körpereigene Substanzen, die dem in Cannabis enthaltenen Wirkstoff THC ähnlich sind.

Während der Schwangerschaft formieren sich die Nervenzellen im Gehirn des ungeborenen Kindes innerhalb einer relativ kurzen Zeitperiode. Der Prozess, der Nervenzellen dazu anregt, sich zu verknüpfen, wird durch bestimmte chemische Signale gesteuert. Die richtige „Verdrahtung“ von Millionen von Nervenzellen hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie wir später denken, erinnern, fühlen oder uns bewegen.

Den Ergebnissen des Forschungsteams zufolge scheinen Endocannabinoide wichtige Signalstoffe zu sein, die den Nervenzellen bei der Verzweigung und Verknüpfung mit anderen Nervenzellen den richtigen Weg aufzeigen. THC aus Cannabis könne demnach die Reifung des Gehirns negativ beeinflussen, weil es in den natürlichen Entwicklungsprozess eingreift.

Bisherige Forschungsergebnisse konnten keine eindeutigen Belege für einen negativen Effekt von Cannabis während der Schwangerschaft erbringen, da der Einfluss von Tabak und Alkohol nicht ausgeschlossen werden konnte. Allerdings deuteten die Ergebnisse bereits darauf hin, dass es zu kognitiven Problemen wie Sprach-, Gedächtnis- oder Lernstörungen kommen kann. Die von Tibor Harkany und seinem Team vorgelegten Befunde erhärten nun den Verdacht, dass Cannabiskonsum in der Schwangerschaft zu kognitiven Auffälligkeiten beim Kind führen kann.

Siehe auch:
Häufig gestellte Fragen zu Schwangerschaft und Drogen

Quellen:
Pressemitteilung des Karolinska Instituts
Abstract der Studie in Science
Leitlinien Cannabis-bezogene Störungen
Berliner Zeitung

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