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Drugcom: Archiv: Alkohol und Tabak vor Cannabis

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News-Archiv


Archiv Jahr 2007


20.04.2007

Alkohol und Tabak vor Cannabis

Britische Expertinnen und Experten haben die Risiken von 20 psychoaktiven Substanzen in einem mehrstufigen Verfahren systematisch eingeschätzt. Das Ergebnis der Expertengruppe kann auf den ersten Blick als überraschend bewertet werden. Demnach rangieren beispielsweise die legalen Substanzen Alkohol und Tabak in der Rangfolge der Gefährlichkeit deutlich vor illegalen Drogen wie Cannabis oder Ecstasy. Angesichts der hohen Zahl an Todesfällen, die durch Alkohol und Tabak verursacht werden, sind die Ergebnisse jedoch nachvollziehbar.

Unbestritten ist der Missbrauch von psychoaktiven Substanzen ein zentrales Problem in der Gesundheitspolitik vieler Länder. Daher werden der Besitz und Handel bestimmter Substanzen strafrechtlich verfolgt. In Großbritannien wie auch in Deutschland werden Drogen durch die Gesetzgebung in unterschiedliche Gefahrenklassen eingestuft. Daraus werden entsprechende strafrechtliche Konsequenzen abgeleitet. Doch die heutige Einstufung der Risiken sei nach Einschätzung von Studienleiter David Nutt das Ergebnis einer über fast ein Jahrhundert erfolgten unsystematischen Beurteilung der Gefahren. Wechselnden Expertengruppen hätten dazu Informationen schwankender Qualität zur Verfügung gestanden, mit der Folge, dass manche Drogen trotz geringer wissenschaftlicher Grundlage die höchste Risikoeinstufung erhielten. Solche Beurteilungen seien nur selten überprüft worden.

David Nutt und seine Kollegen von der University of Bristol wollten dies ändern und versammelten eine Gruppe von Fachleuten aus den unterschiedlichen Bereichen wie der Psychiatrie, Chemie, Pharmakologie, Drogenberatung oder der medizinischen Epidemiologie. Das Forschungsteam um David Nutt entwickelte einen Fragebogen, in dem die Gefahren verschiedenster illegaler Drogen anhand eines Rasters beurteilt werden kann. Dieses Raster unterscheidet drei Bereiche: Die körperlichen Risiken durch den Konsum einer Droge, das Abhängigkeitspotential der Substanz und die sozialen Effekte auf die Familie und die Gesellschaft beispielsweise durch die Kosten der Gesundheitsfolgen. Jeder Bereich wurde wiederum in drei Kategorien unterteilt, so dass zur Beurteilung einer Substanz insgesamt neun Parameter zur Verfügung standen. 20 psychoaktive Substanzen wurden schließlich von den Expertinnen und Experten darin eingestuft.

Das Ergebnis: Auf den Plätzen eins und zwei der Gefahrenskala stehen Heroin und Kokain, was durchaus zu erwarten war. Bereits auf Platz fünf steht jedoch Alkohol. Tabak rangiert auf Platz neun, direkt hinter den Amphetaminen. Die am häufigsten konsumierte illegale Droge Cannabis findet sich auf Platz elf. Ecstasy haben die Expertinnen und Experten auf Platz 18 eingruppiert.

Die Einstufung wird nachvollziehbar, wenn man sich die gesellschaftlichen Folgen der legalen Substanzen Alkohol und Tabak vergegenwärtigt. In Deutschland sterben jährlich etwa 42.000 Personen an den Folgen des Alkoholmissbrauchs. Das Tabakrauchen führt Schätzungen zufolge zu 110.000 bis 140.000 Todesfällen pro Jahr. Daneben wirkt die Zahl von 1.326 Toten in Folge des Konsums illegaler Drogen im Jahr 2005 vergleichsweise klein.

Quellen:
Pressemitteilung Lancet
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