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Drugcom: Archiv: Gebremste Hirnentwicklung

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News-Archiv


Archiv Jahr 2007


27.12.2007

Gebremste Hirnentwicklung

Die Zahl der wegen einer akuten Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingelieferten Jugendlichen hat zugenommen. Aber exzessives Trinken muss nicht zwangsläufig in der Notaufnahme enden. Die Risiken des Rauschtrinkens sollten jedoch keinesfalls unterschätzt werden. Wer in jungen Jahren gerne ein paar Drinks zuviel hinter die Binden kippt, der muss mit konkreten Folgen für die Hirnentwicklung rechnen und wird als Erwachsener die Zeche dafür zahlen, haben aktuelle Studien herausgefunden.

Alkohol ist ein Zellgift und kann im Übermaß genossen lebensgefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Besonders in jungen Jahren hat das Rauschtrinken nachhaltige Folgen für das Gehirn. In einem Laborversuch mit Ratten im Jugendalter untersuchte ein Forschungsteam der Binghamton University in den USA wie sich die jungen Tiere nach einer Alkoholinjektion verändern. Beobachtet wurde, dass die jugendlichen Nager nicht so stark betäubt waren wie erwachsene Tiere und dass sie weniger motorische Beeinträchtigungen aufwiesen. Außerdem fehlten den Ratten offensichtliche Anzeichen für eine Alkoholvergiftung. Was im ersten Moment gut klingt, muss aber mit einem hohen Preis erkauft werden.

Die Ursache für das, was die Autorinnen der Studie, Elena Valinskaya und Linda Spear, „akute Toleranz“ nennen, ist eine Art Ausgleichsmechanismus. Das Gehirn der Ratten versucht, die durch Alkohol verursachten Beeinträchtigungen durch eine schnelle Anpassung wieder wett zu machen. Doch der Aufwand, den das Gehirn hierfür leisten muss, geht zu Ungunsten der allgemeinen Entwicklung des Gehirns. Kurz gesagt: Jugendliche können Alkohol besser vertragen, bezahlen dafür aber mit einer gebremsten Gehirnentwicklung.

In der langfristigen Perspektive ist zudem mit weiteren Folgen zu rechnen. Russel Viner und Brent Taylor des University College Hospitals in London untersuchten, ob sich mehrere Jahre später tatsächlich negative Folgen infolge von jugendlichen Alkoholexzessen feststellen lassen. Dazu wurden die Daten von über 11.000 Britinnen und Briten ausgewertet, die im Jahr 1970 geboren wurden. Alle an der Untersuchung Teilnehmenden wurden erstmals im Alter von 16 Jahren zu ihrem Trinkverhalten befragt. In die Risikogruppe für Rauschtrinken wurde eingruppiert, wer sich in den letzten zwei Wochen zwei Mal oder häufiger betrunken hatte. Im Alter von 30 Jahren wurden alle Probandinnen und Probanden erneut zu einer Befragung eingeladen und mussten Auskunft über ihre Gesundheit und ihre soziale Situation geben.

Die Forscher fanden heraus, dass die jugendlichen Rauschtrinker eine 60 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit hatten, später alkoholabhängig zu werden, als jene Personen, die in jungen Jahren moderat Alkohol getrunken haben. Auch der Drogenmissbrauch lag in der Gruppe der Rauschtrinker höher. Die Wahrscheinlichkeit hierfür war 40 Prozent höher. Aber auch schon im Jugendalter lassen sich negative Folgen ausmachen. Den Ergebnissen zufolge haben die Jugendlichen, die Alkoholexzessen nicht abgeneigt sind, eine 4-fach höhere Wahrscheinlichkeit, von der Schule zu fliegen. In die statistische Analyse wurden andere wichtige Einflussfaktoren wie beispielsweise die Schichtzugehörigkeit oder der Bildungsstand mit einbezogen, um die Effekte dieser Variablen kontrollieren zu können.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass sie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Rauschtrinken und negativen Folgen im Erwachsenenalter aufzeigen konnten. Es sei daher wichtig, gezielte Maßnahmen zu treffen, um gegen das Rauschtrinken vorzugehen, das bei vielen britischen Jugendlichen als normal betrachtet werde.

Siehe auch die topthemen:
Weniger ist mehr - risikoarmer Umgang mit Alkohol (Juni 2007)
Trinken bis der Arzt kommt (Februar 2006)

Quellen:
Alcoholism: Clinical and Experimental Research (in Pubmed)
Journal of Epidemiology and Health (Abstract)
www.pressrelations.de

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