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Drugcom: Archiv: Rauschtrinken schädigt Alltagsgedächtnis

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News-Archiv


Archiv Jahr 2008


11.04.2008

Rauschtrinken schädigt Alltagsgedächtnis

Auch wenn die Nachwehen von exzessivem Alkoholkonsum bereits überwunden zu sein scheinen, ist das Gedächtnis noch Tage später beeinträchtigt. Das hat ein britisches Forschungsteam zeigen können. In einer Studie schnitten Jugendliche, die vor einigen Tagen einen heftigen Alkoholrausch hatten, in Gedächtnistests deutlich schlechter abschneiden, als ihre abstinenten Altersgenossen.

Bekannt ist, dass Rauschtrinken die Erinnerung an vergangene Ereignisse beeinträchtigen kann. In der aktuellen Studie hat ein britisches Forschungsteam der Northumbria University und der Keele University untersucht, inwiefern auch das Alltagsgedächtnis betroffen ist. Im Alltag geht es beispielsweise darum, sich Einkaufslisten oder Verabredungen zu merken, also um zukünftig zu erledigende Dinge.

Die Probandinnen und Probanden der Studie waren im Alter zwischen 17 und 19 Jahren. Die Entwicklung des Gehirns sei in diesem Alter noch nicht abgeschlossen, weshalb es auf Alkoholkonsum noch besonders empfindlich reagiere. Da die aktuelle Studie auf die Auswirkungen besonders heftiger Trinkgelage abzielte, wurde das Rauschtrinken definiert als das Trinken von acht alkoholischen Getränken bei einer Gelegenheit für Männer und sechs für Frauen. Üblicherweise gelten aber schon fünf Gläser Alkohol als Rauschtrinken. 26 der Teilnehmenden hatten vor ein paar Tagen ein Trinkgelage mit mindestes acht bzw. sechs alkoholischen Getränken, 34 waren abstinent.

Die Tests wurden drei oder vier Tage nach dem letzten Alkoholkonsum durchgeführt, um sicherzugehen, dass sich kein Alkohol mehr im Körper befindet. Zunächst wurden die Jugendlichen gefragt, wie oft sie im Alltag Dinge vergessen, die sie eigentlich vorhaben zu tun, wie zum Beispiel sich mit Freunden zu treffen. Anschließend wurde ihnen ein Video eines Einkaufstrips gezeigt. Zuvor hatten sie einige Minuten Zeit, sich ein paar Aufgaben zu merken, die mit bestimmten Szenen des Videofilms gekoppelt sind. Beispielsweise sollten sie sich merken, einem Freund eine SMS zu schicken, wenn die Filmprotagonisten ein bestimmtes Geschäft betreten.

Die Ergebnisse weisen keine Unterschiede zwischen den beiden Untersuchungsgruppen auf, was die Selbsteinschätzung betrifft. Im Kontrast dazu stehen allerdings die Testergebnisse. Beim Video merkten sich die trinkenden Jugendlichen signifikant weniger. "Die Rauschtrinker erinnerten sich an bis zu einem Drittel weniger Aufgaben", sagt Thomas Heffernan, Leiter der Studie. Es sei denkbar, dass bestimmte Hirnregionen wie der präfrontale Kortex oder der Hippokampus in Mitleidenschaft gezogen seien. Diese Hirnregionen sind verantwortlich für die dauerhafte Speicherung von Gedächtnisinhalten. Heffernan resümiert: "Es gibt Hinweise darauf, dass exzessiver Alkoholkonsum Teile des Gehirnes schädigt, die das Alltagsgedächtnis unterstützen."

Quellen:
BBC Online
Yorkshirepost


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