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Drugcom: Archiv: Biologische Verbindung zwischen Cannabiskonsum und Schizophrenie im Gehirn gefunden

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News-Archiv


Archiv Jahr 2008


11.07.2008

Biologische Verbindung zwischen Cannabiskonsum und Schizophrenie im Gehirn gefunden

US-amerikanische Forscher haben einen Mechanismus im Gehirn gefunden, der einen Hinweis dafür liefert, dass Cannabinoidrezeptoren im Gehirn mit der Schizophrenie - einer bestimmten Form der Psychose - in Verbindung stehen.

Cannabiskonsum gilt als ein Risikofaktor für den Ausbruch einer Psychose. Bekannt ist auch, dass sich die Krankheitssymptome bei Personen, die an Schizophrenie erkrankt sind, meist verschlimmern, wenn sie kiffen. Bislang war allerdings unklar, welcher biologische Mechanismus dem zugrunde liegt.

Zwar stehen die körpereigenen Cannabinoidrezeptoren bereits länger im Verdacht, an der Ausbildung einer Psychose beteiligt zu sein, doch gab es bislang keine hinreichenden Belege hierfür. US-amerikanische Wissenschaftler um den Leiter David Lewis haben nun einen Nachweis dafür erbringen können, dass tatsächlich Cannabiniodrezeptoren mit der Schizophrenie in Zusammenhang stehen. Dies betrifft eine Hirnregion, die als dorsolateraler präfrontaler Cortex (DLPFC) bezeichnet wird.

Dieser Bereich des Gehirns ist eine für das Kurzzeitgedächtnis wichtige Region. Darin ist der Hirnbotenstoff GABA von zentraler Bedeutung für die kognitiven Fähigkeiten. Bekannt ist, dass schizophrene Patientinnen und Patienten geringere GABA-Konzentrationen in der genannten Hirnregion aufweisen, mit entsprechenden Defiziten im Kurzzeitgedächtnis.

Zudem finden sich im genannten Hirnbereich ebenfalls Cannabinoid 1-Rezeptoren (CB1R). Daran binden sowohl körpereigene Cannabiniode, als auch THC, das mit dem Konsum von Cannabis in das Gehirn gelangt. Nach Angaben der Autoren haben experimentelle Studien ergeben, dass eine Aktivierung von Cannabinoid 1-Rezeptoren - beispielsweise durch Cannabiskonsum - die Konzentration von GABA senkt und damit das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt.

Das Forschungsteam untersuchte nun die Gehirne von 46 verstorbenen Personen, von denen die Hälfte zu Lebzeiten an Schizophrenie litt. Es wurden jeweils Untersuchungspaare gebildet, wobei die Paare hinsichtlich verschiedener Faktoren wie Alter und Geschlecht vergleichbar waren.

Die Forscher fanden eine signifikant reduzierte Verbreitung der Cannabinoid 1-Rezeptoren in der untersuchten Hirnregion der zu Lebzeiten an Schizophrenie erkrankten Personen. Lewis und seine Kollegen interpretieren diesen Befund als eine Art Ausgleichmechanismus. Das Gehirn versuche durch die Reduzierung von Cannabinoid 1-Rezeptoren, der verminderten GABA-Bildung entgegenzuwirken, um so das Kurzzeitgedächtnis zu verbessern. Der Konsum von Cannabis würde hingegen den gegenteiligen Effekt haben. Die kognitiven Defizite bei einer Schizophrenie würden sich verschlimmern.

Die Ergebnisse seien nach Angaben der Autoren zwar noch keine vollständige Erklärung für den Zusammenhang von Cannabis und Psychose, aber sie geben eine Antwort auf die Frage, warum Cannabiskonsum die Symptome einer Schizophrenie verschlimmern kann. Die Ergebnisse könnten zudem Grundlage für die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden bei Schizophrenie sein.

Quellen:
Deutsches Ärzteblatt
Eggan, S. M., Hashimoto, T. & Lewis, D. A. (2008). Reduced Cortical Cannabinoid 1 Receptor Messenger RNA and Protein Expression in Schizophrenia. Arch Gen Psychiatry, 65, 772-784. Artikel


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