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Drugcom: Archiv: Frühe psychose-ähnliche Symptome bei Cannabiskonsum

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News-Archiv


Archiv Jahr 2008


14.11.2008

Frühe psychose-ähnliche Symptome bei Cannabiskonsum

Wer Cannabis konsumiert hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, später an einer Psychose zu erkranken. Dies haben Studien zeigen können. Eine große bevölkerungsbezogene Untersuchung in Finnland hat nun herausgefunden, dass sich bei Cannabiskonsum schon sehr früh psychose-ähnliche Symptome zeigen können.

Psychosen sind sehr ernsthafte Erkrankungen mit nachhaltigen Folgen für die Betroffenen. Die Wissenschaft hat zeigen können, dass Cannabiskonsum sehr wahrscheinlich den Ausbruch einer Psychose fördert, wenn die betroffene Person eine gewisse Veranlagung hierfür hat. Ob jemand eine Veranlagung hat, kann in der Regel nur rückblickend geschlussfolgert werden, also wenn die Psychose bereits ausgebrochen ist. Jouko Miettunen und sein Forschungsteam haben in einer groß angelegten Bevölkerungsbefragung das Phänomen psychose-ähnlicher Symptome untersucht, um festzustellen, ob sich ein Zusammenhang zu Cannabiskonsum schon vor dem Ausbruch einer manifesten Psychose zeigt.

Grundlage der Untersuchung bildet eine Erhebung, bei der über 9.000 Kinder beteiligt sind, die von Geburt an in bestimmten Zeitabständen untersucht werden. Als die Kinder 8 Jahre alt waren, haben deren Lehrerinnen und Lehrer einen Fragebogen zu emotionalen und verhaltensbezogenen Auffälligkeiten der Kinder ausgefüllt. Als Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren wurden sie selber zu ihrem Substanzkonsum befragt. Zur Untersuchung auf psychose-ähnliche Symptome wurde ein spezieller Fragebogen verwendet. Dieser umfasste 12 Fragen zu psychoseähnlichen Erfahrungen wie beispielsweise das Gefühl, dass etwas Seltsames mit einem passiert oder das Gefühl verfolgt oder von anderen in besonderer Weise beeinflusst zu werden. Ebenso gilt die Erfahrung, dass die Gedanken rasen und kaum kontrolliert werden können als psychose-ähnliches Symptom.

Über 6.000 Jugendliche der Studie haben sich an der Befragung beteiligt. Davon haben immerhin 30 Prozent, die noch nie Cannabis konsumiert haben, drei und mehr solcher psychose-ähnlichen Symptome gehabt. Jugendliche mit Cannabiserfahrung hatten gegenüber den Abstinenten jedoch eine rund 2-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit für psychose-ähnliche Symptome. Dabei wurde auch der mögliche Einfluss anderer Faktoren berücksichtigt, wie beispielsweise Tabakrauchen und anderer Drogenkonsum oder der Substanzkonsum der Eltern. Auch der mögliche Einfluss von Verhaltensauffälligkeiten im Alter von 8 Jahren ist in die Analyse eingegangen.

Zwar kann auf der Grundlage dieser Ergebnisse keine Aussage darüber gemacht werden, ob die psychose-ähnlichen Effekte tatsächlich durch Cannabis verursacht werden. Miettunen und sein Forschungsteam konnten aber aufzeigen, dass bereits früh nach dem Einstieg in den Konsum sich vermehrt psychose-ähnliche Symptome zeigen können. In weiteren Studien soll schließlich auch der ursächliche Zusammenhang zum Ausbruch einer Psychose untersucht werden, wenn womöglich ein Teil der Jugendlichen daran erkrankt.

Quelle:
Miettunen, J., Törmanen, S., Murray, G. K., Jones, P., B., Mäki, P., Ebeling, H., Moilanen, I., Taanila, A., Heinimaa, M., Joukamaa, M. & Veijola, J. (2008). Association of cannabis use with prodromal symptoms of psychosis in adolescence. The British Journal of Psychiatry, 191, 470-471. Abstract


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