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Drugcom: Archiv: Kiffen schädigt das Zahnfleisch

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News-Archiv


Archiv Jahr 2008


15.02.2008

Kiffen schädigt das Zahnfleisch

Die schädigende Wirkung von Zigarettenrauch auf das Zahnfleisch ist schon lange bekannt. Nun hat eine Studie aus Neuseeland erstmals herausgefunden, dass auch der Rauch von Cannabis Zahnfleischentzündungen verursacht, die auf lange Sicht Zahnausfall zur Folge haben können.

Zahnfleischentzündungen zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Erwachsenen, schreibt das Forschungsteam um Studienleiter Murray Thomson im aktuell veröffentlichten Fachartikel. Durch Ansammlungen von Bakterien komme es zu Entzündungen, die im fortgeschrittenen Zustand zu einem Rückgang des Zahnfleisches führt. Die Erkrankung wird Parodontitis oder umgangssprachlich als Parodontose bezeichnet. Wird die Entzündung nicht behandelt, würden die Zähne an Halt verlieren, bis sie ganz ausfallen.

Bekannt ist, dass Raucherinnen und Rauchern von Zigaretten häufiger unter Parodontitis leiden. In der neuseeländischen Studie hat das Forschungsteam im Rahmen einer Längsschnittstudie erstmals untersucht, ob auch das Rauchen von Cannabis zu einem Rückgang des Zahnfleischs führt. Dazu wurden 900 Personen im Alter von 18, 21, 26 und 32 Jahren jeweils zu ihrem Cannabiskonsum in den letzten 12 Monaten befragt. Untersuchungen des Zahnapparats wurden zusätzlich bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von 26 und 32 Jahren durchgeführt.

Im Hinblick auf den Konsum von Cannabis wurden drei Gruppen gebildet: Kein Konsum, moderater oder hoher Konsum. Die Einteilung erfolgte über die durchschnittliche Häufigkeit des Kiffens innerhalb des letzten Jahres. Bis zu 40-mal kiffen, also seltener als ein Mal pro Woche, wurde als moderater Konsum klassifiziert, 41-mal oder häufiger als hoher Konsum.

Zwar berichten die Autorinnen und Autoren nicht von Zahnausfällen, aber von einem starken Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Cannabiskonsums und des Ausmaß des Zahnfleischrückgangs. Vor allem die stark Cannabiskonsumierenden litten unter gesteigertem Zahnfleischverlust. Im Alter von 32 Jahren haben Personen aus der Gruppe der stark Cannabis konsumierenden ein 3,1-fach erhöhtes Risiko für eine schwere Parodontose. Der Einfluss von zusätzlichem Tabakrauchen und anderer wichtiger Faktoren wie die Zahnhygiene wurden in der statistischen Analyse berücksichtigt. Zudem betonen die Autorinnen und Autoren, dass es in Neuseeland eher unüblich sei, Cannabis mit Tabak zu mischen.

Thomson und seine Kolleginnen und Kollegen betonen, dass die Ursachen für Parodontitis bei Cannabiskonsumierenden noch unklar seien. Sie vermuten allerdings, dass die schädigende Wirkung nicht direkt über die Einwirkung des Rauchs erfolgt, sondern durch eine Schwächung der Immunreaktion an den entzündeten Stellen. Dieser Mechanismus sei vom Zigarettenrauchen bekannt. Der Rauch von Zigaretten wiederum enthält Forschungsergebnissen zufolge in etwa die gleichen schädlichen Bestandteile wie der von Cannabis.

Quelle:
Pressemitteilung JAMA
Thomson, W. M., Poulton, R., Broadbent, J. M. et al. (2008). Cannabis Smoking and Periodontal Disease Among Young Adults, JAMA, 299, 525-531. Abstract


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