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Drugcom: Archiv: Erhöhter Ammoniakgehalt beim Erhitzen von Cannabis

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News-Archiv


Archiv Jahr 2008


17.10.2008

Erhöhter Ammoniakgehalt beim Erhitzen von Cannabis

Zahlreiche Studien haben belegen können, dass das Rauchen von Cannabisprodukten zu Atemwegserkrankungen führen kann. Hierfür wird der beim Verbrennen entstehende Teer verantwortlich gemacht. Um dieses Risiko zu vermindern, benutzen manche Konsumierende so genannte Vaporisatoren, in denen das Cannabis nicht verbrannt, sondern elektrisch erhitzt wird. Eine neue Studie weist nun darauf hin, dass hierbei andere toxische Substanzen wie Ammoniak entstehen.

Kiffen kann schwere Lungenschäden verursachen. Eine bekannte Folge ist beispielsweise das so genannte bullöse Lungenemphysem, das zu erheblichen Atembehinderungen führen kann. Darüber hinaus sind langjährig Cannabiskonsumierende auch anfälliger für eine chronische Bronchitis. Als Ursache hierfür gelten die Teerstoffe, die beim Verbrennen von Cannabis entstehen. Studien zufolge entspricht der Teergehalt eines typischen Joints aus Cannabis dem von bis zu fünf Zigaretten.

Um den Teergehalt beim Inhalieren von Cannabis zu reduzieren, werden auch verschiedene Inhalationsgeräte benutzt. Wasserpfeifen („Bongs“), in denen der Rauch erst einen mit Wasser gefüllten Glasbehälter passiert, können hierfür als ungeeignet bezeichnet werden, da die Teerstoffe kaum gefiltert werden und der Rauch noch tiefer eingeatmet wird. Hingegen versprechen die Hersteller von so genannten Vaporisatoren, dass ihre Geräte zwar das psychoaktive THC, aber so gut wie keine Teerstoffe freisetzen würden. Dies werde dadurch bewirkt, dass Cannabis nicht verbrannt, sondern durch elektrisch erzeugte Hitze verdampft wird.

Studien konnten dies sogar wissenschaftlich belegen. Ein britisch-tschechisches Forschungsteam um Studienleiter Roger Bloor weist in einer aktuellen Studie allerdings auf methodische Mängel dieser Untersuchungen hin. So seien in den Studien Analysegeräte benutzt worden, die nur Teilchen mit größerer molekularer Masse entdecken können. Bloor und sein Team habe hingegen ein Verfahren verwendet, dass auch kleinste Teilchen nachweisen könne, die ebenfalls toxisch wirken wie beispielsweise Ammoniak.

Für die Studie wurden handelsübliche Vaporisatoren verwendet, die als „Volcano“ und „Blue Meanie“ in Großbritannien vermarktet werden. Analysiert wurde illegales Cannabis, das im Rahmen von Polizeimaßnahmen beschlagnahmt wurde sowie unter Lizenz hergestelltes Cannabis, mit einem standardisierten THC-Gehalt von 3 Prozent.

Die Ergebnisse zeigen, dass beim Erhitzen von „Straßencannabis“ ein Ammoniakgehalt von bis zu 200 p.p.m. („parts per million“, Anzahl Teilchen pro einer Million Teile) erzielt werden. Für das standardisierte Cannabis wurden lediglich 10 p.p.m. gemessen. Der Grenzwert für Ammoniak liegt in Großbritannien bei 35 p.p.m. Nach Angaben des Autorenteams gibt es Studien, die belegen, dass höhere Dosen Ammoniak sowohl neurotoxisch wirken als auch Leberschäden nach sich ziehen können.

Wie es zu dem höheren Anteil an Ammoniak im „Straßencannabis“ kommt, konnte nicht geklärt werden. Das Autorenteam weist allerdings auf eine Besonderheit von Vaporisatoren hin, die mit der erhöhten Menge von Ammoniak in Verbindung steht: Beim Rauchen eines Joints oder einer Zigarette sind der Haupt- und der Nebenstrom zu unterscheiden. Als Hauptstrom wird der Rauch bezeichnet, der durch die Zigarette oder den Joint inhaliert wird. Der Nebenstrom entsteht beim Verbrennen an der Glutkante der Zigarette bzw. des Joints. Bei der Verbrennung von Cannabis wurde im Nebenstrom ein deutlich höherer Ammoniakgehalt gemessen. Normalerweise entweicht der Nebenstromrauch beim Rauchen fast vollständig. Ein Vaporisator ist im Gegensatz zu einem Joint allerdings ein geschlossenes System, so dass auch der Nebenstrom inhaliert wird.

Roger Bloor und sein Forschungsteam warnen daher in ihrem Forschungsartikel davor, die Benutzung von Vaporisatoren als eine sichere Variante des Cannabiskonsums zu bezeichnen, da der erhöhte Anteil an Ammoniak bei dauerhaften Gebrauch schwere gesundheitlich Schäden nach sich ziehen kann.

Quelle:
Bloor, R. N., Wang, T. S., Spanel, P. & Smith, D. (2008). Ammonia release from heated ‚street’ cannabis leaf and its potential toxic effects on cannabis users. Abstract


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