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Drugcom: Archiv: Künstlichen Wirkstoff in "Spice" entdeckt

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News-Archiv


Archiv Jahr 2008


19.12.2008

Künstlichen Wirkstoff in "Spice" entdeckt

Von wegen Biodroge. Die berauschende Wirkung von „Spice“ wird offenbar nicht von den darin enthaltenen Kräutern, sondern durch eine synthetische Substanz hervorgerufen. Dies meldet die Stadt Frankfurt, die ein Pharmaunternehmen mit der Analyse von „Spice“ beauftragt hatte.

Bislang war unklar, welche Wirkstoffe in der Kräutermischung, die als „Spice“ gehandelt wird, für die psychoaktiven Wirkungen verantwortlich sind. In einer erst kürzlich vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) abgegebenen Stellungnahme konnte zwar noch kein Wirkstoff genannt werden, die Anwesenheit von Tocopherol (Vitamin E) wurde jedoch als Hinweis dafür gewertet, dass möglicherweise weitere synthetische Substanzen enthalten sind.

Die Stadt Frankfurt wollte es genau wissen und hat ein Pharmaunternehmen damit beauftragt, „Spice“ näher unter die Lupe zu nehmen. Das auf die Herstellung von cannabisähnlichen Wirkstoffen spezialisierte Unternehmen THC-Pharm hat den Analyseergebnissen zufolge in allen untersuchten Proben das synthetische Cannabinoid JWH-018 gefunden. Der Wirkstoff sei in unterschiedlicher und stark schwankender Konzentration gefunden worden. Die künstlich hergestellte Substanz habe eine ähnliche Wirkung wie Cannabis, sei aber deutlich stärker.

„Diese Chemikalie erklärt zu 100 Prozent die Rauschzustände", wird der medizinische Leiter Christian Steup von THC-Pharm auf Spiegel-Online zitiert. „Die Pflanzen haben nach meinen Analysen überhaupt keine Wirkung", heißt es weiter. Als problematisch sehe das Pharmaunternehmen auch die Reinheit des Stoffes, die in keiner Weise garantiert sei.

Unklar sie noch die rechtliche Bewertung bis hin zu einem möglichen Verbot der Substanz im Sinne des Arzneimittelrechts und des Betäubungsmittelgesetzes. Ebenso sei über mögliche gesundheitsschädigende Nebenwirkungen und Langzeitfolgen von JWH-018 bislang so gut wie nichts bekannt. Steup von THC-Pharm warnt auf Spiegel-Online: „Jeder Konsument ist im Prinzip ein Versuchskaninchen."

Quellen:
Pressemitteilung
Spiegel-Online


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