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Drugcom: Archiv: Abnorme Hirnentwicklung bei frühem Cannabiskonsum

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News-Archiv


Archiv Jahr 2009


06.02.2009

Abnorme Hirnentwicklung bei frühem Cannabiskonsum

Bislang ist noch nicht vollständig geklärt, ob langjähriger Cannabiskonsum zu dauerhaften Hirnveränderungen führt. Bei Erwachsenen scheint sich das Gehirn nach längerer Abstinenz wieder annähernd vollständig zu erholen. Wenn der Konsum aber schon im Jugendalter beginnt, kann Cannabis möglicherweise die Hirnentwicklung dauerhaft negativ beeinflussen. Ergebnisse einer aktuellen US-amerikanischen Studie unterstützen diese Vermutung.

Das Gehirn befindet sich noch bis zum Ende der Pubertät in einer wichtigen Entwicklungsphase. Nervenbahnen in der so genannten weißen Substanz des Gehirns bilden sich erst noch aus. In der weißen Substanz befinden sind gewissermaßen die „Verbindungskabel“ zwischen den Nervenzellen der Großhirnrinde, die als graue Substanz bezeichnet wird. Verschaltungen, die in den frühen Lebensphasen angelegt werden, prägen das Gehirn womöglich ein Leben lang. Cannabis kann diesen Prozess offenbar negativ beeinflussen wie Manzar Ashtari und ihr Forschungsteam herausgefunden haben.

Die US-amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) - ein Verfahren zum „Durchleuchten“ des Gehirns - die Struktur der weißen Substanz bei einer Gruppe von 14 Jugendlichen mit starkem Cannabiskonsum untersucht. Zum Vergleich wurde eine Gruppe gleichaltriger, aber abstinenter Kontrollpersonen herangezogen. Alle Versuchspersonen waren männlich und zum Zeitpunkt der Untersuchung zwischen 17 und 21 Jahre alt. Die Personen der Cannabisgruppe hatten im Schnitt mit 13 Jahren angefangen zu kiffen und wiesen eine Cannabisabhängigkeit auf.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich bei den Cannabiskonsumenten strukturelle Veränderungen in bestimmten Bereichen der weißen Substanz feststellen lassen. So ist ein wichtiger Reifungsprozess, die so genannte Myelinisierung, in bestimmten Regionen nicht oder nur unzureichend fortgeschritten. Bei der Myelinisierung entsteht eine Art Isolierung um die Nervenbahnen, in denen das Nervensignal elektrisch weitergeleitet wird. Ohne eine vollständige Myelinscheide kommt es zu Störung bei der Impulsweiterleitung. Ob es sich bei dem Befund um eine verlangsamte Entwicklung handelt oder es sogar zu einem Stillstand gekommen ist, lässt sich noch nicht sagen. Die betroffenen Nervenbahnen verbinden Regionen, die unter anderem für Emotionen und das Gedächtnis zuständig sind.

Die Autorinnen und Autoren der Studie schlussfolgern, dass starker Cannabiskonsum im Jugendalter das Gehirn nachhaltigen schädigen könnte, mit Folgen für die kognitive Leistungsfähigkeit und emotionale Informationsverarbeitung. Die Ergebnisse seien aber nur vorläufig, weil fünf der 14 Probanden neben Cannabis auch Alkohol als Jugendliche konsumiert hatten und nicht auszuschließen sei, dass der Alkoholkonsum bei der verminderten Hirnentwicklung eine Rolle gespielt hat.

Quelle:
Ashtari, M., Cervellione, K., Cottone, J., Ardekani, B. A. & Kumra, S. (2009). Diffusion abnormalities in adolescent and young adults with a history of heavy cannabis use. Journal of Psychiatric Research, 43, 189-204. Abstract


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