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Drugcom: Archiv: Fahren unter Cannabiseinfluss

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News-Archiv


Archiv Jahr 2009


06.03.2009

Fahren unter Cannabiseinfluss

Wer beim Fahren unter dem Einfluss von Cannabis erwischt wird, der muss in der Regel seinen Führerschein abgeben, weil die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist. Es wird aber auch argumentiert, dass Personen sich ihres bekifften Zustands durchaus bewusst sind und deshalb vorsichtiger fahren würden. Eine aktuelle Studie kann diese Annahme jedoch nicht bestätigen. Demnach würden Personen, die sich unter dem Einfluss von Cannabis noch ans Steuer setzen, generell riskanter fahren und häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt werden als andere Autofahrer.

Bekannt ist, dass im akuten Cannabisrausch die Reaktionsgeschwindigkeit und Koordinationsfähigkeit eingeschränkt sind. Studien haben zeigen können, dass die Fahrtüchtigkeit besonders in der ersten Stunde nach dem Konsum eingeschränkt ist. Aber auch nach Abklingen der Wirkung ist nicht ausgeschlossen, dass es noch zu Beeinträchtigungen kommt. Es ist daher naheliegend anzunehmen, dass die Unfallgefahr steigt, wenn Personen sich unter dem Einfluss von Cannabis ans Steuer setzen, ähnlich wie beim Fahren unter Alkohol. In experimentellen Untersuchungen habe sich hingegen gezeigt, dass sich Person im bekifften Zustand durchaus bewusst darüber sind, nicht voll fahrtüchtig zu sein und daher vorsichtiger fahren würden.

Isabelle Richer und Jacques Bergeron von der Universität Montréal in Kanada wollten herausfinden, wie sich Personen, die angeben, auch unter dem Einfluss von Cannabis Auto zu fahren, tatsächlich verhalten. Dazu haben sie 83 Männer im Alter von durchschnittlich 27 Jahren zu einer Untersuchung eingeladen. Zum einen wurden sie dazu befragt, wie oft sie in den letzten 12 Monaten im bekifften Zustand, also innerhalb der ersten Stunde nach dem Konsum, sich ans Steuer gesetzt haben. Zum anderen wurde ein spezieller Fragebogen eingesetzt, der dazu dient, den typischen Fahrstil der Probanden zu ermitteln.

Zusätzlich wurden die Testpersonen an einen Fahrsimulator gesetzt. Darin wurden verschiedene Szenarien simuliert, die aggressives oder draufgängerisches Fahren provozieren, um zu beobachten, wie sich die Personen verhalten.

Die Ergebnisse liefern ein eindeutiges Bild: Demnach besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Fahren unter Cannabiseinfluss und einem riskanten Fahrstil, der zudem mit einer erhöhten Unfallrate in Verbindung steht. Eine risikoreiche Fahrweise beinhaltet beispielsweise mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren oder Drängeln durch zu dichtes Auffahren. Beides hängt erwiesenermaßen mit einer höheren Unfallgefahr zusammen. Der Zusammenhang zwischen dem Fahren unter Cannabiseinfluss und einer riskanten Fahrweise ergab sich sowohl aus den Selbstauskünften per Fragebogen als auch aufgrund der Ergebnisse am Fahrsimulator. Als Kontrollvariablen wurden das Alter und die Fahrhäufigkeit dabei berücksichtigt. Das heißt, die Ergebnisse gelten unabhängig von den beiden genannten Faktoren, die ebenfalls nachweißlich mit der Unfallgefahr in Zusammenhang stehen.

Interessanterweise neigten die Testpersonen zwar zu einer riskanten, aber nicht aggressiven Fahrweise. Ein anderes Auto auf einer Landstraße zu überholen könne beispielsweise in draufgängerischer Manier vonstatten gehen oder durch dichtes Auffahren und Schneiden aggressiv motiviert sein, um den anderen Verkehrsteilnehmer zu maßregeln. Der aggressive Fahrstil sei in besonderer Weise mit einer erhöhten Unfallgefahr verbunden.

Die Unterscheidung zwischen einem draufgängerischen und einem aggressiven Fahrstil habe eine wichtige Bedeutung für die Prävention, argumentieren Richer und Bergeron in ihrem Forschungsartikel. Denn wer riskant fährt, weil er eine besondere Lust an der Gefahr empfindet, würde wenig empfänglich sein für rationale Informationen zu den Unfallrisiken des Fahrens unter Cannabiseinfluss. Hier müssten emotional aufwühlende Elemente in die Prävention einfließen, um das Fahrverhalten zu beeinflussen.

Quelle:
Richer, I. & Bergeron, J. (2009). Driving under the influence of cannabis: Links with dangerous driving, psychological predictors, and accident involvement. Accident Analysis and Prevention, 41, 299-307. Abstract


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