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Drugcom: Archiv: Schäden durch Ecstasy auch bei älteren Erwachsenen

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News-Archiv


Archiv Jahr 2009


13.11.2009

Schäden durch Ecstasy auch bei älteren Erwachsenen

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Ecstasy die Gedächtnisleistung negativ beeinflusst. Die meisten dieser Studien wurden allerdings mit Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen durchgeführt. In einer Studie der Universität Amsterdam wurde nun untersucht, ob starker Ecstasykonsum auch bei älteren Erwachsenen zu Schädigungen führt. Da sich bei älteren Erwachsenen ohnehin gewisse Abbauprozesse im Gehirn abspielen, wurde angenommen, dass das Ausmaß der durch Ecstasy bedingten Schäden sogar größer ist.

Bekannt ist, dass starker Ecstasykonsum jene Nervenzellen schädigt, die Serotonin freisetzen. Langfristig steht dadurch weniger Serotonin zur Impulsübertragung zwischen den Nervenzellen zur Verfügung. Studien konnten zeigen, dass die Schädigung langfristig mit einem Rückgang der verbalen Merkfähigkeit in Zusammenhang steht. Allerdings beruhen diese Erkenntnisse fast ausschließlich auf Untersuchungen, an denen jungen Menschen beteiligt waren. Da der Serotoninspiegel mit zunehmendem Alter ohnehin abfällt, ist zu vermuten, dass Ecstasykonsum bei älteren Erwachsenen womöglich stärkere Schäden und entsprechend schlechtere Gedächtnisleistungen nach sich zieht.

Zur Überprüfung dieser Hypothese haben Thelma Schilt und ihre Forschungsteam von der Universität Amsterdam 17 Ecstasykonsumierende im Alter zwischen 39 und 55 Jahren untersucht, die mindestens 240 Ecstasytabletten in ihrem Leben konsumiert haben. Da Ecstasykonsumierende in der Regel Mischkonsum betreiben wurden zwei Vergleichsgruppen herangezogen: Eine Gruppe mit Mischkonsum, aber mit nur geringfügiger Ecstasyerfahrung von bis zu 15 Ecstasytabletten sowie eine Gruppe, die noch nie illegale Drogen konsumiert hat. Alle Versuchspersonen waren hinsichtlich Alter, Geschlecht und Intelligenz vergleichbar. Beide Mischkonsumgruppen waren zudem vergleichbar, was das Ausmaß des Konsums anderer Drogen betrifft.

Mit Hilfe einer ganzen Batterie an Leistungstests wurden die kognitiven Fähigkeiten der Probandinnen und Probanden unter die Lupe genommen. Dabei mussten Aufgaben zum Kurzzeitgedächtnis, zur verbalen bzw. visuellen Merkfähigkeit und zum räumlichen Vorstellungsvermögen bearbeitet werden. Unter anderem wurde auch der Grad der Depressivität mittels eines speziellen Fragebogens erfasst.

Wie erwartet zeigte die Gruppe der stark Ecstasykonsumierenden im Test zur verbalen Merkfähigkeit signifikant schlechtere Ergebnisse als beide Kontrollgruppen. Interessanterweise gab es in der Ecstasy-Gruppe keinen Unterschied zwischen den Personen, die aktuell noch Ecstasy konsumierten und jenen, die schon seit mindestens 18 Monaten kein Ecstasy mehr angerührt hatten. Das bedeutet, dass die Defizite in der verbalen Merkfähigkeit auch nach Absetzen der Droge noch länger andauern. In den Tests zum Kurzzeitgedächtnis, zur visuellen Merkfähigkeit und zum räumlichen Vorstellungsvermögen konnten hingegen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen gefunden werden.

Ausgehend von der obigen Forschungsfrage betont das Forschungsteam, dass der Unterschied in der verbalen Merkfähigkeit zwischen der Ecstasygruppe und der Mischkonsumgruppe ohne Ecstasy als eher hoch zu bewerten ist. Die Hypothese, ob es eine Interaktion zwischen dem altersbedingten Absinken des Serotoninspiegels und dem zusätzlichen Ecstasykonsum gibt, konnte dennoch nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Denn weder gab es eine entsprechend junge Vergleichsgruppe noch würden sich die Ergebnisse gut mit denen anderer Studien vergleichen lassen. Die mangelnde Vergleichbarkeit mit anderen Untersuchungen begründet das Forschungsteam damit, dass in diesen die Mischkonsumgruppe ohne Ecstasyerfahrung oft einen deutlich geringeren Drogenkonsum aufweist. Die Differenz zwischen diesen Gruppen könnte also auch das Ergebnis eines generell geringeren Drogenkonsums in der Vergleichsgruppe sein.

Zumindest eine Erkenntnis mit gewissem Neuigkeitswert ließ sich ableiten. So zeigten sich hinsichtlich der Depressivität keine Unterschiede zwischen beiden Drogengruppen, wohl aber im Vergleich zur Gruppe ohne Drogenerfahrung. Das bedeutet: Nicht Ecstasy, sondern Drogenkonsum allgemein steht im Zusammenhang mit erhöhter Depressivität.

Quelle:
Schilt, T., Koeter, M. W. J., Smal, J. P., Gouwetor, M. N., van den Brink, W. & Schmand, B. (2009). Long-term neuropsychological effects of ecstasy in middle-aged ecstasy/polydrug users. Psychopharmacology, DOI: 10.1007/s00213-009-1688-z. Artikel


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