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Drugcom: Archiv: Mischkonsum von THC und Ecstasy belastet Herz-Kreislaufsystem

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News-Archiv


Archiv Jahr 2009


24.07.2009

Mischkonsum von THC und Ecstasy belastet Herz-Kreislaufsystem

Wer Ecstasy konsumiert, betreibt in der Regel auch Mischkonsum, oftmals mit Cannabis. Welche Wechselwirkungen sich daraus ergeben, war Gegenstand einer aktuellen Studie aus den Niederlanden. Unter Laborbedingungen wurde untersucht, wie sich die Kombination beider Substanzen auf den Kreislauf auswirkt. Von Interesse war vor allem der Effekt auf die Körpertemperatur, da angenommen wird, dass die Neurotoxizität von Ecstasy erst mit steigender Körpertemperatur zum Tragen kommt.

Ecstasy wird von Konsumentinnen und Konsumenten vor allem wegen seiner euphorisierenden Wirkung eingenommen. Doch der Wirkstoff MDMA hat darüber hinaus starke physiologische, also körperliche Effekte. Dazu zählen unter anderem die Erhöhung der Herzfrequenzrate, des Blutdrucks sowie der Körpertemperatur. Ebenfalls ist von einer gewissen Neurotoxizität von Ecstasy auszugehen, also von einer Schädigung des Gehirns. Tierexperimentelle Untersuchungen würden jedoch darauf hinweisen, dass Ecstasy erst bei erhöhter Körpertemperatur neurotoxisch wirkt.

Theoretisch betrachtet könnte Cannabis die Neurotoxizität senken, da es gefäßerweiternd wirkt, was eine niedrigere Körpertemperatur zur Folge haben müsste. So zumindest lautet die Ausgangshypothese des Forschungsteams um Glenn Dumont von der Radboud Universität in Nijmegen. Die Forscherinnen und Forscher überprüften ihre Annahme im Rahmen eines Experiments, in dem sie 16 Personen unter Laborbedingungen Ecstasy und THC verabreichten.

Keine der teilnehmenden Personen wusste, ob sie Ecstasy und Cannabis oder nur wirkungslose Placebos bekam, um den Effekt der Erwartungshaltung ausschließen zu können. Ecstasy bzw. der Wirkstoff MDMA oder ein Placebo wurden als Kapsel verabreicht. THC wurde in gelöster Reinform mittels eines Vaporisators verdampft. Die Menge an THC soll der entsprochen haben, die in einem normalen Joint enthalten sei. Durch die Verdampfung von reinem THC und nicht von Cannabis konnten die Probandinnen und Probanden keinen Unterschied zum Placebo feststellen. Nach der Einnahme der Drogen bzw. Placebos wurden innerhalb eines Zeitraums von 5 Stunden mehrmals verschiedene Körperwerte gemessen.

Erwartungsgemäß zeigte sich beim Mischkonsum von Ecstasy und THC eine stärkere Erhöhung der Pulsfrequenz als wenn beide Drogen allein genommen wurden. Sowohl THC als auch Ecstasy führten einzeln eingenommen zu einer Erhöhung von etwa 30 Schlägen pro Minute. Bei der Kombination von Ecstasy und THC wurde eine Erhöhung von 60 Schlägen pro Minute gemessen, der Mischkonsum hat also eine additive Wirkung auf die Herzfrequenz.

Die Körpertemperatur stieg bei Ecstasy zwar nur geringfügig um durchschnittlich 0,3°C, aber signifikant gegenüber dem Placebo. Der zusätzliche Konsum von THC führte jedoch nicht zu der erwarteten Senkung der Maximaltemperatur. Hingegen verlangsamte sich der Anstieg. In den ersten 2 Stunden war die Körpertemperatur beim Mischkonsum von Ecstasy und THC somit tatsächlich niedriger als wenn nur Ecstasy konsumiert wurde. Nach einer weiteren halbe Stunde lag die Körpertemperatur aber auf gleich hohem Niveau. Anschließend sank die Körpertemperatur beim Mischkonsum deutlich langsamer. Wenn nur Ecstasy verabreicht wurde, erreichte die Körpertemperatur nach 5 Stunden wieder das normale Niveau. Bei zusätzlichem THC-Konsum war die Körpertemperatur immer noch auf einem erhöhten Level. Wann die erhöhte Körpertemperatur wieder auf den üblichen Level absinkt, ist nicht bekannt, da die Messungen nur bis 5 Stunden nach Beginn durchgeführt wurden.

Die Forscherinnen und Forscher schließen daraus, dass der Mischkonsum von Ecstasy und Cannabis aufgrund der länger anhaltenden erhöhten Körpertemperatur neurotoxischer wirken könnte als wenn Ecstasy allein konsumiert wird. Aufgrund des insgesamt betrachtet eher geringen Anstiegs der Körpertemperatur sei aber noch zu klären, ob die Neurotoxizität tatsächlich erhöht ist. Für empfindliche Personen sei der Anstieg der Herzfrequenz um 60 Schläge pro Minute jedoch ein Risiko. Beispielsweise habe sich bei einer Person sogar ein kurzfristiger Anstieg auf über 180 Schläge pro Minute gezeigt, was normalerweise nur unter großer körperlicher Anstrengung der Fall ist. Dies könne unter zusätzlich ungünstigen Bedingungen, wie ausdauerndem Tanzen, eine Gefahr für das Herz-Kreislaufsystem sein.

Quelle:
Dumont, G., Kramers, C., Touw, D., van Hasselt, J., Kam, M., Gerven, J., Buitlaar, J. & Verkes, R. (2009). Cannabis Coadministration Potentiates the Effect of „Ecstasy“ on Heart Rate and Temperatur in Humans. Clinical Pharmacology & Therapeutics, 86 (2), 160-166. Abstract


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