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Drugcom: Archiv: Kiffen für die Wissenschaft

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News-Archiv


Archiv Jahr 2009


30.01.2009

Kiffen für die Wissenschaft

In Deutschland wäre diese Studie wohl so nicht möglich gewesen, denn in dieser Untersuchung wurde gekifft. Ziel der in den Niederlanden durchgeführten Studie war es, die Auswirkungen unterschiedlich starker Cannabissorten zu untersuchen. Dem Ergebnis zufolge besteht ein linearer Zusammenhang zwischen der THC-Dosis und den kognitiven und motorischen Ausfällen: Je stärker das Cannabis war desto schlechter schnitten die Probanden ab.

Frühere Studien berichteten über zunehmende THC-Konzentrationen in Cannabis. Der Durchschnittliche THC-Gehalt von Cannabis, das in den Niederlanden gehandelt wird, sei derzeit bei etwa 16 Prozent. Vor einigen Jahren habe dieser Wert noch bei 11 Prozent gelegen. Aus anderen Ländern wird ähnliches berichtet. Claudine Hunault und ihr Forschungsteam haben sich daher die Frage gestellt, welche kognitiven und motorischen Auswirkungen mit den hochpotenten Cannabissorten einhergehen.

An der Studie nahmen 24 männliche Probanden teil, die ohnehin regelmäßig kiffen. Die Untersuchungen fanden an vier verschiedenen Tagen statt, im Abstand von mindestens einer Woche. Zu Beginn jeder Untersuchung erhielt jeder Proband einen Joint zum Rauchen, der aus 0,3 Gramm Cannabis und 0,7 Gramm Tabak zusammengesetzt war, einer Mixtur, die nach Angaben des Autorenteams für europäische Joints typisch sei. Durch die Wahl unterschiedlicher Cannabissorten enthielten die Joints allerdings unterschiedliche Mengen an THC, sodass die Probanden entweder gar keine, eine relativ leichte, eine mittlere oder eine starke Rauschwirkung durch das Rauchen hatten. Der starke Joint enthielt rund 70 mg THC. Die THC-Dosis wurde per Zufall variiert und weder die Versuchsleitung noch die Probanden wussten vorher, wie stark der gerauchte Joint war.

Das Rauchen der Joints erfolgte nach streng standardisierter Methode: 2 Sekunden inhalieren, 3 Sekunden halten, anschließend ausatmen und 32 Sekunden warten bis zum nächsten Zug. Ein Joint nahm etwa 22 Minuten in Anspruch. Nach dem Rauchen mussten die Probanden verschiedene psychologische Tests absolvieren, in denen ihre momentanen geistigen und motorischen Fähigkeiten untersucht wurden. So wurden Tests zur Messung ihrer Reaktionszeit und des Kurzzeitgedächtnisses vorgenommen. Um ihre motorischen Fähigkeiten zu untersuchen, mussten die Probanden ein Objekt, das sich auf dem Computerbildschirm hin und her bewegte, mittels eines Joysticks steuern.

Die Ergebnisse fielen eindeutig aus: Je mehr THC der gerauchte Joint enthielt, umso schlechter schnitten die Probanden in den Reaktionstests ab. Es zeigte sich demnach ein linearer Zusammenhang zwischen der THC-Dosis und den kognitiven und motorischen Ausfällen. Je nach THC-Dosis war die Reaktionsgeschwindigkeit noch nach 5 Stunden verringert. Auch im Test zu den motorischen Fähigkeiten zeigte sich ein klarer Effekt. Je stärker der Joint war, umso weniger schafften es die Probanden, das Objekt auf dem Bildschirm zu steuern. Das Gedächtnis der Untersuchungsteilnehmer wurde durch den Cannabiskonsum ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. So waren die Probanden im entsprechenden Test nicht nur langsamer, sondern machten auch noch deutlich mehr Fehler, je stärker sie unter dem Einfluss von THC standen.

Auch erfahrene Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten, so das Fazit des Forschungsteams, können somit starke Nebenwirkungen vom Cannabiskonsum haben. Je stärker der Konsum ist, umso höher seien die damit zusammenhängenden Gesundheitsrisiken und umso mehr steige die aus den motorischen Defiziten resultierende Unfallgefahr.

Quelle:
Hunault, C. C., Mensinga, T. T., Böcker, K. B. E., Maarten, C., Schipper, A., Kruidenier, M., Leenders, M. E. C., de Vries, I. & Meulenbelt, J. (2008). Cognitive and psychomotor effects in males after smoking a combination of tobacco and cannabis containing up to 69 mg delta-9-tetrahydrocannabinol (THC). Psychopharmacology, DOI 10.1007/s00213-008-1440-0. Abstract


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