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Drugcom: Archiv: Methamphetaminkonsum schädigt Belohnungssystem

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News-Archiv


Archiv Jahr 2010


04.06.2010

Methamphetaminkonsum schädigt Belohnungssystem

Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth, hat ein hohes Suchtpotenzial und wirkt neurotoxisch. Welche Auswirkungen sich bereits nach wenigen Konsumtagen feststellen lassen war Gegenstand einer aktuellen tierexperimentellen Untersuchung. Von besonderem Interesse waren hierbei die Auswirkungen auf den Hirnbotenstoff Dopamin.

Dopamin spielt eine wichtige Rolle im so genannten Belohnungssystem des Gehirns und wird bei positiv erlebten Verhaltensweisen ausgeschüttet wie beispielsweise beim Sex oder bei sportlichen Betätigungen. Auch auf den Konsum von Drogen springt das Belohnungssystem an. Eine Ausschüttung von Dopamin geht oft mit Glücksgefühlen oder erhöhtem Wohlbefinden einher. Dopamin hat auch andere Funktionen. Beispielsweise spielt es für die Bewegungssteuerung eine zentrale Rolle.

Am Institute on Drug Abuse und an der University of Maryland in den USA wurde in einem Tierexperiment mit Ratten untersucht, welche Auswirkungen starker Methamphetaminkonsum unter anderem auf die Ausschüttungen von Dopamin hat. In der Untersuchung konnten die Ratten mit ihrer Schnauze eine Taste drücken, die in ihrem Käfig installiert war. Dies führte dazu, dass ihnen über einen Schlauch intravenös Methamphetamin verabreicht wurde. Eine andere Gruppe von Ratten bekam dagegen nur eine neutrale Kochsalzlösung gespritzt und diente als Vergleichsgruppe. Der Versuch wurde acht Tage lang durchgeführt. Anschließend wurden die Tiere entweder nach 24 Stunden oder sieben bzw. 14 Tagen seziert.

Die Ratten lernten relativ schnell, welche Wirkungen es hatte, wenn sie auf die im Käfig installierte Taste drückten und betätigten diese im Verlauf des Versuchs immer öfter, um sich die Droge zu verabreichen. Bezogen auf ihr Körpergewicht nahmen sie hierbei im Schnitt ungefähr so viel Methamphetamin zu sich wie stark konsumierende Menschen.

Die Ergebnisse zeigten, dass Nager der Methamphetamin-Gruppe nach Ablauf der acht Tage im Schnitt 17 Prozent ihres Körpergewichts verloren hatten. Die Vergleichsgruppe hielt dagegen ihr Gewicht. Ähnliche Ergebnisse konnten in anderen Studien auch beim Menschen gezeigt werden. So legten Personen mit starkem Methamphetaminkonsum relativ häufig Essstörungen und eine deutliche Gewichtsabnahme an den Tag.

Die Untersuchung des Hirngewebes ergab, dass die Ratten der Methamphetamin-Gruppe nach Ablauf der acht Tage deutlich niedrigere Dopaminwerte aufwiesen als die Vergleichsgruppe. Dieses Ergebnis zeigte sich auch bei den Ratten, die erst 14 Tage später seziert wurden. Zudem ließ sich ein eindeutiger Zusammenhang mit der Menge des verabreichten Methamphetamins erkennen: Je mehr die Ratten mittels Knopfdruck abriefen, umso niedriger waren ihre Dopaminwerte nach Abschluss der Untersuchung.

Das Forschungsteam schlussfolgert in ihrem Fachartikel, dass der Konsum von Methamphetamin deutliche und nachhaltige Schäden im Belohnungssystem des Gehirns hinterlassen kann. Je höher die Dosis, umso weitreichender die Auswirkungen. Dies deckt sich mit Ergebnissen aus psychologischen Studien, in denen starker Methamphetaminkonsum mit einem vermehrten Auftreten von Ängsten, Niedergeschlagenheit und Problemen mit der Bewegungskoordination in Zusammenhang gebracht werden konnte.

Quelle:
Krasnova, I., Justinova, Z., Ladenheim, B., Jayanthi, S., McCoy, M. et al. (2010). Methamphetamine Self-Administration Is Associated with Persistent Biochemical Alterations in Striatal and Cortical Dopaminergic Terminals in the Rat. PLoS ONE 5(1): e8790. doi:10.1371/journal.pone.0008790.


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