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Drugcom: Archiv: Drogenkonsum hat Folgen für den Alltag

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News-Archiv


Archiv Jahr 2010


11.06.2010

Drogenkonsum hat Folgen für den Alltag

Tierstudien und Untersuchungen am Menschen weisen darauf hin, dass der Konsum von Ecstasy Schäden im Gehirn verursacht. Ob und wie sich die festgestellten neurotoxischen Schäden auf den Alltag der Betroffenen auswirken, war bislang aber noch nicht gänzlich geklärt. Eine britische Studie konnte nun durch ein Laborexperiment nachweisen, dass Drogenkonsumentinnen und -konsumenten mit Ecstasyerfahrung bei alltäglichen Gedächtnisaufgaben tatsächlich schlechter abschneiden als Personen ohne Ecstasyerfahrung.

Das britische Forschungsteam um Studienleiter John Fisk hatte sich bereits in einer früheren Studie mit den Fehlleistungen von Ecstasykonsumentinnen und -konsumenten befasst. Demnach hätten Personen mit Ecstasykonsum häufiger kognitive Probleme im Alltag als Nichtkonsumierende. Betroffen sei vor allem das so genannte prospektive Erinnern. Dabei handelt es sich um alltägliche Tätigkeiten oder Dinge, die man sich merkt, um sie in der Zukunft zu erledigen wie beispielsweise etwas Bestimmtes einzukaufen oder jemanden anzurufen.

In ihrem aktuellen Fachartikel gehen die Autorinnen und Autoren allerdings mit sich selbst kritisch in Gericht, weil nicht auszuschließen sei, dass die auf Selbstangaben beruhenden Ergebnisse ihrer ersten Studie durch eine negative Erwartungshaltung der Testpersonen verzerrt wurden. Weil sie den Zweck der Studie kannten, sei es möglich, dass die Ecstasykonsumierenden ohnehin davon ausgingen, bei den Gedächtnisaufgaben schlechter abzuschneiden als abstinente Personen.

Das Team wiederholte daher seine Studie, dieses Mal allerdings mit einem ausgeklügelten Laborexperiment, in dem scheinbar nebensächliche Aufgaben die Hauptrolle spielten. Beispielsweise wurden die Probandinnen und Probanden in einem Test angewiesen, schnell zu entscheiden, ob zwei Muster, die auf einem Bildschirm präsentiert wurden, identisch sind. Ein Testintervall mit mehreren Mustern dauerte 30 Sekunden. Vor dem Test waren die Probandinnen und Probanden angewiesen worden, nach jedem Intervall die F1-Taste zu drücken, da dies die Antworten abspeichern würde. Die Anzahl vergessener Tastendrücke gab somit Auskunft über das prospektive Erinnern. Mit insgesamt sieben verschiedenen Tests wurde überprüft, wie gut sich die Probandinnen und Probanden Aufgaben merken konnten, die sie in der Zukunft zu erledigen hatten. Zusätzlich wurden die Testpersonen gebeten, ihre eigene Gedächtnisleistung im Alltag einzuschätzen.

An der Studie haben 73 Studentinnen und Studenten teilgenommen, von denen 42 Ecstasy und andere Drogen konsumierten. Die restlichen 31 Studierenden hatten zwar auch Drogenerfahrung, aber nicht mit Ecstasy.

Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild: Die Personen der Ecstasygruppe schnitten in allen Tests schlechter ab als die Vergleichsgruppe. Nur in zwei von sieben Aufgaben ist der Unterschied statistisch nicht signifikant geworden. In allen Berechnungen wurde der Einfluss des Konsums von Cannabis, Alkohol und Tabak statistisch kontrolliert. Das bedeutet, dass sich die Gruppenunterschiede zumindest nicht mehr durch den Einfluss dieser Substanzen erklären lassen.

Genaugenommen können die schlechteren Testergebnisse jedoch nicht ausschließlich Ecstasy angelastet werden. Vor allem der Kokainkonsum der Ecstasygruppe müsse ebenfalls als eine mögliche Ursache für die kognitiven Defizite genannt werden, resümiert das Autorenteam in ihrem Fachartikel. Letztlich sei aber deutlich geworden, dass sich der Konsum von Stimulanzien wie Ecstasy und Kokain ungünstig auf das prospektive Gedächtnis auswirkt und davon auszugehen sei, dass diese Einbußen sich auch im Alltag der Konsumierenden bemerkbar machen würden. Die Selbsteinschätzungen der Testpersonen deuten zumindest darauf hin, dass sie sich ihrer kognitiven Probleme im Alltag auch durch bewusst sind.

Quelle:
Hadjiefthyvoulou, F., Fisk, J., Montgomery, C. & Bridges, N. (2010). Everyday and prospective memory deficits in ecstasy/polydrug users. Journal of Psychopharmacology, doi:10.1177/0269881109359101


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