Drugcom: Archiv: Langzeitstudie bestätigt Cannabis als Psychoserisiko

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News-Archiv


Archiv Jahr 2010


12.03.2010

Langzeitstudie bestätigt Cannabis als Psychoserisiko

Der frühe Einstieg in den Konsum von Cannabis gilt als ein Risikofaktor für die Entstehung von Psychosen. Eine australische Langzeitstudie, in der unter anderem Geschwisterpaare untersucht wurden, bestätigt das erhöhte Psychoserisiko: Wer schon als Teenager in das Kiffen eingestiegen ist, hat ein doppelt so hohes Risiko an einer Psychose zu erkranken wie Gleichaltrige, die nie gekifft haben.

Psychosen sind schwerwiegende psychische Erkrankungen mit nachhaltigen Folgen für die Betroffenen. Doch die Ursachen sind komplex. Bisherige Studien legen den Schluss nahe, dass Cannabis zwar nicht als alleinige Ursache in Frage kommt, zumindest aber eine Komponente im Ursachengeflecht der Entstehung von Psychosen sein kann.

Allerdings sei in den bisherigen Studien zu Cannabis der Einfluss anderer wichtiger Faktoren nicht ausreichend berücksichtig worden, schreiben John McGrath und sein Forschungsteam in ihrem Fachartikel. Das australische Forschungsteam hat daher eine Langzeitstudie durchgeführt, mit besonderem Augenmerk auf Geschwisterpaare. Brüder und Schwestern sind sich genetisch sehr ähnlich und wachsen in der Regel unter vergleichbaren Bedingungen auf. Bei der Analyse des Zusammenhangs zwischen Cannabiskonsum und der Entstehung von Psychosen konnten sie somit den Einfluss von genetischen und Umweltfaktoren deutlich reduzieren.

In der Studie wurden insgesamt 2.575 Kinder der Jahrgänge 1981 bis 1984 seit der Schwangerschaft ihrer Mütter begleitet und in mehreren Intervallen untersucht. Unter den Befragten waren 228 Geschwisterpaare. Zum Zeitpunkt der letzten Befragung waren die Probandinnen und Probanden im Schnitt 20 Jahre alt. Rund die Hälfte von ihnen hatte inzwischen Erfahrung mit Cannabis gemacht. 18 Prozent konsumierten seit drei Jahren oder weniger, 16 Prozent hatten bereits vier bis fünf Jahre Konsumerfahrung und 14 Prozent sogar sechs Jahre und mehr.

Ob die Probandinnen und Probanden an einer Psychose erkrankt sind, wurde im Rahmen eines diagnostischen Interviews ermittelt. Zudem wurde per Fragebogen nach psychotischen Symptomen wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen gefragt. Bei der späteren Analyse wurde auch berücksichtigt, ob ein oder beide Elternteile schon mal psychiatrisch erkrankt sind. Denn dies gilt als Risikofaktor für deren Kinder. Ebenfalls berücksichtigt wurde, ob die Probandinnen und Probanden bis zum Alter von 14 Jahren schon mal Halluzinationen hatten. Diese Erfahrung könne womöglich dazu führen, dass Jugendliche stärker zum Konsum von Cannabis neigen. Der Konsum wäre dann eher Folge von psychotischen Erfahrungen als deren Ursache.

Nach Einbezug aller möglichen Faktoren konnte schließlich ein signifikant erhöhtes Psychoserisiko für Personen ermittelt werden, die schon seit sechs Jahren oder länger Cannabis konsumieren. Das bedeutet, die Befragten haben mit 15 oder früher angefangen zu kiffen. Im Vergleich zu Nichtkonsumentinnen und -konsumenten war das Risiko für eine Psychose bei den Früheinsteigern doppelt so hoch. Der Zusammenhang blieb auch signifikant, wenn nur die Geschwisterpaare in die Analyse einbezogen wurden.

Die Autorinnen und Autoren betonen abschließend in ihrem Artikel, dass der Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychose jedoch keine Einbahnstraße sei. So zeigte sich auch, dass Jugendliche, die sehr früh in ihrem Leben Halluzinationen erlebt hatten, mit höherer Wahrscheinlichkeit später zu Cannabis griffen. Letztlich konnten auch sie somit keinen Beweis dafür erbringen, dass Cannabiskonsum alleine eine Ursache für die Entstehung von Psychosen ist. Jedoch sei es wahrscheinlicher zu erkranken, wenn sehr früh mit dem Kiffen begonnen wird.

Quellen:

  • Pressemitteilung Archives of General Psychiatry
  • McGrath, J., Welham, J., Scott, J., Varghese, D., Degenhardt, L., Hayatbakhsh, M., Alati, R., Williams, G., Bor, W. & Najman, J. (2010). Association Between Cannabis Use and Psychosis-Related Outcomes Using Sibling Pair Analysis in a Cohort of Young Adults. Archives of General Psychiatry, 67 (5), 440-447. Zusammenfassung

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