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Drugcom: Archiv: Typisch Kiffer?

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News-Archiv


Archiv Jahr 2010


17.09.2010

Typisch Kiffer?

Der Cannabis Check auf drugcom.de ist ein interaktiver Selbsttest für alle, die mehr über ihren eigenen Cannabiskonsum erfahren wollen. Über 200.000 Personen haben den Test bisher genutzt. Was sind das für Menschen und wie lässt sich ihr Konsum beschreiben? Gibt es gar den „typischen Kiffer“?

Im Cannabis Check erhalten die Nutzerinnen und Nutzer von drugcom.de eine differenzierte Einschätzung zum Risikoprofil ihres Cannabiskonsums. Im Rahmen einer Studie entnahmen Studienleiter Benjamin Jonas und sein Forschungsteam daher eine Zufallsstichprobe aus dem vollständigen Datenbestand, beschränkten ihn auf den Altersbereich der 12- bis 25-Jährigen und sortierten auch all jene Datensätze aus, die offenkundig unglaubwürdige Angaben enthielten. Die User wurden anhand ihres Cannabiskonsums, ihrer Konsummotive und ihrer Lebenszufriedenheit beschrieben. Außerdem war von Interesse, wie stark die Abhängigkeit von Cannabis ausgeprägt war.

Es konnten letztlich drei verschiedene Konsumentengruppen identifiziert werden. Die erste und größte Gruppe umfasst 39 Prozent der User. Sie kiffen relativ selten, die meisten von ihnen (68 Prozent) maximal zweimal im Monat. Sieben von zehn aus dieser Gruppe möchte auch nur leicht „stoned“ sein, wenn sie kiffen. Nur jeder Zehnte kann nach international anerkannten Kriterien als abhängig von Cannabis bezeichnet werden. Darüber hinaus weisen Mitglieder dieser Gruppe die höchste Lebenszufriedenheit aller drei Gruppen auf.

Die zweite Gruppe, der 27 Prozent angehören, bestand aus Personen, bei denen Cannabis eine deutlich größere Rolle im Alltag spielt. Sie kiffen im Schnitt 3- bis 5-mal in der Woche. Entsprechend größer ist der Anteil derer, die bereits eine Cannabisabhängigkeit entwickelt haben (35 Prozent). Fast alle von ihnen (96 Prozent) konsumieren im sozialen Kontext, das heißt im kleinen Kreis mit anderen Leuten oder um auf Partys noch mehr Spaß zu haben.

Bei der dritten Gruppe, zu der 34 Prozent aller Testnutzer zählen, handelt es sich um Personen mit intensivem Cannabiskonsum, das heißt sie greifen in der Regel mehrmals täglich zum Joint bzw. zur Bong - und das mit deutlichen Auswirkungen: So war das Risiko unter ihnen, abhängig zu werden, über 14-mal höher als bei Mitgliedern der ersten Konsumentengruppe. Unter ihnen hatte Cannabis offenbar eine andere Funktion als in den anderen beiden Gruppen: So äußerte ein Großteil (86 Prozent), Cannabis zu nutzen, um Probleme zu bewältigen und Alltagsstress zu vergessen. Offenbar waren sie hiermit wenig erfolgreich, denn ihre Lebenszufriedenheit war im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen signifikant niedriger ausgeprägt.

Die Analyse zeigt somit, dass sich zwar durchaus bestimmte Gruppe von Cannabiskonsumierenden herausarbeiten lassen, den „typischen Kiffer“ aber gibt es sicher nicht. Vielmehr finden sich unterschiedliche Konsummuster, wobei deutlich wird, dass mit ansteigender Konsumintensität auch Folgeprobleme wie die Entwicklung einer Abhängigkeit zu- und die allgemeine Lebenszufriedenheit abnehmen. Letzteres kann dem problematischen Konsum jedoch auch vorausgehen und so zur Abhängigkeitsentwicklung beigetragen haben.

Der Cannabis Check ist hier online verfügbar.

Quelle:
Jonas, B., Tossmann, P., Lang, P., Strüber, E. & Tensil, M. (2009). Konsummuster von Cannabis unter Nutzern eines internetbasierten Selbsttests zur Suchtprävention. Suchttherapie, 10: 169-175.  


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