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Drugcom: Archiv: Erhöhtes Selbstmordrisiko bei Tabak- und riskantem Alkoholkonsum

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News-Archiv


Archiv Jahr 2010


17.12.2010

Erhöhtes Selbstmordrisiko bei Tabak- und riskantem Alkoholkonsum

„Raucher sterben früher“ lautet einer der Warnhinweise, die in Deutschland auf jeder Zigarettenschachtel aufgedruckt werden müssen. Folgt man den Ergebnissen einer kürzlich veröffentlichten Längsschnittstudie könnte ein weiterer Hinweis lauten: „Raucher bringen sich häufiger um, vor allem wenn sie zusätzlich viel Alkohol trinken“.

Schild mit der Aufschrift "Morgen letzter Tag"

Bild: tiefpics / photocase.com

Eine Zigarette zum Bier oder Wein, dass kann doch so gefährlich nicht sein, mag sich der eine oder die andere denken. Die Statistik aber ist gnadenlos, kommt sie doch mit der geballten Kraft der großen Zahl daher. Über 12.000 Personen aus dem süddeutschen Raum nahmen an der Studie teil, die von Barbara Schneider von der Universität Frankfurt geleitet wurde. Bis zu 18 Jahre liegen zwischen der Erstbefragung und der letzten Überprüfung.

Ziel der Studie war es, das Selbstmordrisiko von Raucherinnen und Raucherin und bei riskantem Alkoholkonsum zu untersuchen. Die Bezeichnung „schädlicher Alkoholkonsum“ trifft es allerdings besser, da die Mengen mit mindestens 40 Gramm reiner Alkohol pro Woche für Frauen und 60 Gramm für Männer relativ hoch sind. Dem entsprechen etwa vier bzw. sechs kleine Bier pro Tag - jeden Tag wohlgemerkt.

In drei Erhebungen, 1984/85, 1989/90 und 1994/95 wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ihrem Alkohol- und Tabakkonsum befragt. Im Jahr 2003 wurde schließlich mithilfe des Einwohnermelderegisters überprüft, ob die ehemals Befragten noch am Leben waren. Zur Ermittlung der Selbstmordrate, wurden die Totenscheine der Verstorbenen ausgewertet. Zum Vergleich wurden die Suizidraten aus der allgemeinen Bevölkerung herangezogen, die aus offiziellen bevölkerungsbezogene Statistiken stammen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Selbstmordrate unter allen Teilnehmenden mit umgerechnet 24,6 von 100.000 Fällen vergleichbar ist mit der aus der allgemeinen Bevölkerung. Deutlich höher als im Bevölkerungsschnitt war die Suizidrate allerdings unter Raucherinnen und Rauchern sowie unter Personen mit riskantem Alkoholkonsum. Personen, die rauchten, aber keinen riskanten Alkoholkonsum betrieben, beginnen 2-mal häufiger Selbstmord als die Normalbevölkerung. Personen, die in riskanter Weise Alkohol tranken, aber nicht rauchten, hatten ebenfalls ein 2-fach erhöhtes Risiko für Suizid. Alkohol und Tabak zusammen erzeugte jedoch einen so genannten synergistischen Effekt. Dann erhöhte sich das Selbstmordrisiko um das 4-fache gegenüber der allgemeinen Bevölkerung.

Warum die Kombination von riskantem Alkohol- und Zigarettenkonsum mit einer solch hohen Suizidrate verknüpft sind, konnte im Rahmen der Studie zwar nicht genau geklärt werden. Um die Suizidrate in der Bevölkerung zu reduzieren, so die Autorinnen und Autoren der Studie, seien Maßnahmen gegen das Tabakrauchen und den exzessiven Alkoholkonsum aber auf jeden Fall  zu empfehlen.

Quelle:
Schneider, B., Baumert, J., Schneider, A. et al. (2010). The effect of risky alcohol use and smoking on suicide risk: findings from the German MONICA/KORA-Augsburg Cohort Study. Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology, DOI: 10.1007/s00127-010-0287-y. Zusammenfassung


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