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Drugcom: Archiv: Schlafstörungen bei Jugendlichen nach Konsumabstinenz

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News-Archiv


Archiv Jahr 2010


25.06.2010

Schlafstörungen bei Jugendlichen nach Konsumabstinenz

Bekannt ist, dass es zu Schlafstörungen kommen kann, wenn Personen nach langjährigem Cannabis- oder Alkoholkonsum ihren Konsum einstellen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse beruhen jedoch überwiegend auf Studien mit Erwachsenen. Da der Konsum von Cannabis und Alkohol jedoch bereits unter Jugendlichen weit verbreitet ist, stellt sich die Frage, wie sich ein Konsumstopp auf ihre Schlafqualität auswirkt. Um dies herauszufinden, hat ein US-amerikanisches Forschungsteam Jugendliche im Schlaflabor beobachtet, nachdem diese ihren Cannabis- und Alkoholkonsum eingestellt haben.

Der Schlaf hat eine wichtige Funktion für den Organismus. Die Organe laufen auf Sparflamme, der Körper regeneriert sich. Psychoaktive Substanzen können den Schlaf und die Schlafqualität jedoch negativ beeinflussen. So haben bisherige Studien mit Erwachsenen zeigen können, dass es zum Teil zu einer länger andauernden Verschlechterung der Schlafqualität kommen kann, wenn der Substanzkonsum eingestellt wird.

Ein Forschungsteam um Studienleiterin Mairav Cohen-Zion wollte herausfinden, wie sich die Abstinenz von Cannabis und Alkohol bei Jugendlichen auswirkt. Hierzu wurden insgesamt 49 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 21 Jahren zur Studie eingeladen und in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe bildeten 29 Jugendliche, die mindestens 200-mal in ihrem Leben gekifft haben und auch aktuell noch Cannabis konsumierten. Die übrigen Jugendlichen waren zum Zeitpunkt der Untersuchung abstinent bzw. hatten insgesamt maximal fünf Mal in ihrem Leben Cannabis konsumiert.

Ziel der Studie war es, sowohl die unmittelbaren als auch die längerfristigen Folgen eines Konsumstopps zu untersuchen. Die Jugendlichen wurden daher zwei Mal in ein Schlaflabor gebeten: Zu Beginn der Studie und 28 Tage nach dem Konsumstopp. Alle Probandinnen und Probanden wurden instruiert, während der vier Wochen keinen Alkohol oder andere Drogen zu sich zu nehmen. Dies wurde regelmäßig anhand von Urinkontrollen überprüft.

Nach Auswertung der Schlafprotokolle zeigten sich erwartungsgemäß signifikante Zusammenhänge zwischen dem vorherigen Substanzkonsum und der Schlafqualität. So hatten die Jugendlichen der Cannabisgruppe unmittelbar nach Studienbeginn kürzere Tiefschlafphasen als die Kontrollgruppe - und zwar umso kürzer je stärker sie vorher gekifft hatten. Das Ausmaß des bisherigen Alkoholkonsums konnte kurz nach dem Konsumstopp ebenfalls mit der Schlafqualität in Verbindung gebracht werden: Je mehr Alkohol die Jugendlichen ursprünglich konsumierten, umso mehr Probleme hatten sie beim Einschlafen und desto länger war die Dauer des REM-Schlafes.

Im Gegensatz zu Studien, die an Erwachsenen durchgeführt wurden, liefert die vorliegende Untersuchung jedoch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass es auch zu längerfristigen Schlafbeeinträchtigungen durch den Konsum von Alkohol oder Cannabis kommt. Denn vier Wochen nach dem Konsumstopp konnten kaum noch Unterschiede in der Schlafqualität zwischen den beiden Gruppen gefunden werden.

Die Forscherinnen und Forscher führen dies in ihrem Fachartikel unter anderem darauf zurück, dass die Jugendlichen in der Regel noch nicht so lange konsumieren und die negativen Begleiterscheinungen des Entzugs somit noch nicht so lange anhalten wie bei Erwachsenen. Denkbar wäre aber auch, dass sich der Körper von Jugendlichen schneller von den Folgen des Substanzkonsums erholt.

Jugendliche, die vorhaben, ihren Konsum einstellen, müssen somit zwar einerseits mit Schlafproblemen rechnen, können andererseits aber auch auf eine rasche Normalisierung der Schlafqualität hoffen.

Quelle:
Cohen-Zion, M., Drummond, S., Padula, C., Winward, J. Kanady, J., Medina, K. & Tapert, S. (2009). Sleep architecture in adolescent marijuana and alcohol users during acute and extended abstinence. Addictive Behaviors 34, 976-979.


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