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Drugcom: Archiv: Gefährliche Verschnittstoffe in Kokain

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News-Archiv


Archiv Jahr 2010


26.03.2010

Gefährliche Verschnittstoffe in Kokain

Um einen höheren Profit zu erzielen, werden illegale Drogen oftmals mit anderen Substanzen gestreckt. Dies können Streckstoffe wie Zucker sein. Eine holländische Studie konnte nun jedoch zeigen, dass Kokain immer öfter mit pharmakologisch wirksamen Substanzen versetzt wird, von denen ihrerseits erhebliche gesundheitliche Risiken ausgehen.

Kokainkonsum wird mit einer Reihe gefährlicher Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System in Verbindung gebracht. Da es sich um eine illegale Substanz handelt, deren Zusammensetzung nicht kontrolliert wird, kann Kokain zusätzlich andere Stoffe enthalten, die ihrerseits gefährliche Wirkungen haben können. Ein Forschungsteam um Tibor Brunt vom Trimbos Institut in Utrecht hat Kokain, das in den Niederlanden auf dem Markt ist, einer Analyse unterzogen.

Grundlage der Studie bildet die Datenbank des Niederländischen Drogeninformations- und Überwachungssystems (DIMS) in Utrecht. Das DIMS sammelt Informationen über das Angebot und die Zusammensetzung von Partydrogen in den Niederlanden und bietet Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit, die von ihnen genutzten Drogen anonym testen zu lassen. Beim Einreichen der Proben werden die Konsumentinnen und Konsumenten auch gebeten, die erlebten Wirkungen zu beschreiben. Die Studie beruht auf über 3.200 Kokainproben, die im Zeitraum von 1999 bis 2007 eingereicht wurden. Bei der Analyse konzentrierten sich die Forscherinnen und Forscher ausschließlich auf pharmakologisch wirksame Stoffe, also Substanzen, die körperliche und/oder psychische Wirkungen haben. Zusätzlich analysierten sie die von den Konsumentinnen und Konsumenten berichteten Wirkungen.

Zunächst stellten die Forscherinnen und Forscher fest, dass rund 13 Prozent der eingereichten Proben gar kein Kokain enthielten. Die Analyse der restlichen Proben zeigte, dass Kokain im Laufe der Jahre immer mehr mit anderen Stoffen gestreckt wurde. So enthielten im Jahr 1999 nur 7 Prozent der Proben andere pharmakologisch wirksame Substanzen. Im Jahr 2007 waren es bereits 57 Prozent. In mehr als der Hälfte der Proben wurde das Kokain also mit Stoffen verschnitten, die ebenfalls eine Wirkung auf den menschlichen Körper haben.

Am häufigsten wurde Kokain mit dem Schmerzmittel Phenacetin gestreckt. Dieser Stoff wurde im Jahr 2007 in 41 Prozent der untersuchten Proben festgestellt. Aufgrund seiner gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen ist der Einsatz des Mittels in vielen Ländern nicht mehr erlaubt. Auch in der vorliegenden Studie wurde Phenacetin besonders häufig mit Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. So klagten 8 Prozent der Befragten, deren Kokain mit dieser Substanz versetzt war, über Störungen ihres Herz- und Kreislaufsystems.

Eine weiterer häufiger Verschnittstoff ist Diltiazem, das in 16 bzw. 12 Prozent der Proben gefunden wurde. Bei Diltiazem handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Herz- und Kreislaufkrankheiten. In der Studie wurde Diltiazem besonders häufig mit negativen Begleiterscheinungen in Verbindung gebracht. So berichteten 11 Prozent der Befragten, deren Kokain mit diesem Stoff gestreckt war, von Herz- und Kreislaufproblemen, Halluzinationen oder anderen Nebenwirkungen.

Darüber hinaus wurde seit 2004 auch der Hauptwirkstoff der Tollkirsche, Atropin, in einigen Proben gefunden. Atropin hat eine stark erregende Wirkung, die von Halluzinationen geprägt sein kann bis hin zum Delir. In hohen Dosierungen kann es auch zu Atemlähmung führen. Da die Wirkung, insbesondere durch die Mischung mit Kokain, akut lebensbedrohlich ist, hatte der Fund das Trimbos Institut dazu veranlasst, per Pressemitteilung vor verschnittenem Kokain zu warnen.

Die vorliegenden Studienergebnisse zeigen somit, dass es sich bei illegal erworbenem Kokain immer häufiger um einen Verschnitt aus verschiedenen pharmakologisch wirksamen Substanzen handelt. Neben der ohnehin schon riskanten Kokainwirkung, die unter anderem mit Schlaganfällen und Herzinfarkten in Verbindung gebracht wird, kommen somit noch weitere unkalkulierbare Risiken hinzu.

Quelle:
Brunt, T., Rigter, S., Hoek, J., Vogels, N., van Dijk, P. & Niesink, R. (2009). An analysis of cocaine powder in the Netherlands: content and health hazards due to adulterants. Addiction, 104, (5), 798-805


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