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Drugcom: Archiv: Rauchen in der Schwangerschaft erhöht Risiko für psychotische Störungen des Kindes

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News-Archiv


Archiv Jahr 2010


30.04.2010

Rauchen in der Schwangerschaft erhöht Risiko für psychotische Störungen des Kindes

Rauchen in der Schwangerschaft ist mit zahlreichen gesundheitlichen Risiken für das werdende Kind verbunden. Eine Forschungsgruppe aus Bristol in England fand nun heraus, dass Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben, ein höheres Risiko haben, später psychotische Störungen zu entwickeln.

Epidemiologische Studien aus Großbritannien zeigen, dass trotz gesundheitlicher Risiken für das werdende Kind etwa 15-20 Prozent der Frauen in der Schwangerschaft Zigaretten rauchen. Zahlreiche körperliche und psychische Störungen gelten als erwiesen. Ein Team um Studienleiter Stanley Zammit hat in einer aktuellen Studie an 6.356 Kinder untersucht, ob sich auch das Risiko für psychotische Symptome in der Pubertät erhöht, wenn die Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben. Der Konsum von Alkohol und Cannabis wurde ebenfalls mit einbezogen. Die Untersuchung ist Teil einer groß angelegten Langzeitstudie in England, der Avon Longitudinal Study of Parents and Children, an der sich über 14.000 Mütter während ihrer Schwangerschaft angemeldet hatten.

Als psychotische Symptome galten Halluzinationen oder Wahnvorstellungen wie beispielsweise die Vorstellung, dass andere Personen die eigenen Gedanken manipulieren können. Mit Hilfe eines Fragebogens wurden die Kinder in drei Kategorien eingeteilt. Es wurde unterschieden ob sie Symptome haben, ob Symptome nur vermutet werden können oder ob keine Symptome vorliegen. Gleichzeitig wurden die Eltern in einer postalischen Befragung zu ihrem Tabakkonsum befragt. Dabei musste angegeben werden, wie stark der Konsum zu verschieden Zeitpunkten vor und nach der Schwangerschaft war. Um den Einfluss anderer Faktoren ausschließen zu können, wurden weitere Parameter wie der soziale Status der Befragten, die finanzielle Situation oder psychische Vorerkrankungen wie Depressionen abgefragt.

19 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie mindestens einmal während der Schwangerschaft geraucht hatten. Die Auswertung der Kinderfragebögen ergab, dass bei 12 Prozent der befragten Kinder psychotische Symptome vermutet werden können oder bereits vorhanden sind.

Nach Analyse der Daten zeigt es sich, dass von den untersuchten psychoaktiven Substanzen vor allem der Konsum von Tabak die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten psychotischer Symptome bei den Kindern erhöht. Die Autoren unterstreichen, dass dieser Effekt abhängig von der Dosis ist. Das heißt, dass die Wahrscheinlichkeit einer psychotischen Störung mit zunehmender Konsumhäufigkeit ansteigt. Besonders hoch ist die Gefahr, wenn im letzten Trimester der Schwangerschaft geraucht wird.

Einschränkend muss festgehalten werden, dass das Rauchverhalten in der Schwangerschaft stark mit Faktoren sozialer Benachteiligung zusammenhing. Es bleibt deshalb noch zu klären, in welchem Maße Umwelteinflüsse mit dem Auftreten psychotischer Symptome bei den Kindern in Zusammenhang stehen.

Quelle:
Zammit, S., Thomas, K., Thompson, A., Horwood, J., Menezes, P., Gunnell, D., Hollis, C., Wolke, D., Lewis, G. and Harrison, G. (2009). Maternal tobacco, cannabis and alcohol use during pregnancy and risk of adolescent psychotic symptoms in offspring. British Journal of Psychiatry, 195, 294-300.


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