Drugcom: Archiv: Kleinere Hirnstrukturen bei Cannabiskonsumenten

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News-Archiv


Archiv Jahr 2011


03.06.2011

Kleinere Hirnstrukturen bei Cannabiskonsumenten

Bekannt ist, dass sich der frühe Einstieg in den Cannabiskonsum ungünstig auf bestimmte Hirnleistungen auswirkt. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat jetzt nachgewiesen, dass bei jungen Erwachsenen, die bereits als Jugendliche stark gekifft haben, eine Hirnregion, die als Hippocampus bezeichnet wird, signifikant kleiner ausgeprägt ist als bei abstinenten Personen.

Selbstgedrehter Joint und Marihuanakrümel im Vordergrund

Bild: Peter Schwarzott / Shotshop.com

Der Hippocampus spielt eine wichtige Rolle beim Lernen, also beim Überführen neuer Informationen vom Kurz- in das Langzeitgedächtnis. Bereits in einer früheren Studie gab es Hinweise darauf, dass langfristiger Cannabiskonsum mit einer Volumenreduzierung im Bereich des Hippocampus in Zusammenhang steht. Manzar Ashtari und ihr Forschungsteam haben die Auswirkungen langjährigen Kiffens nun in einer aktuellen Studie an einer Gruppe von jungen Erwachsenen untersucht, die bereits früh in den Cannabiskonsum eingestiegen sind. Denn die Hirnentwicklung vollzieht im Jugendalter eine wichtige Phase.

Das Forschungsteam hat hierzu 14 junge Männer im Alter zwischen 18 und 20 Jahren untersucht, die im Schnitt mit 13 Jahren zum ersten Mal und in den letzten Jahren durchschnittlich sechs Joints pro Tag gekifft hatten. Vor Beginn der Untersuchung waren die Probanden allerdings schon durchschnittlich sieben Monate konsumfrei. Zum Vergleich wurden 14 gleichaltrige Männer einbezogen, die noch nie gekifft hatten.

Zur Messung des Hirnvolumens wurde eine spezielle Form der Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, die hochauflösende, dreidimensionale Darstellungen von bestimmten Hirnstrukturen erzeugen kann. Bei der Auswertung der MRT-Bilder zeigte sich, dass der Hippocampus bei den ehemaligen Cannabiskonsumenten signifikant kleiner war als bei den Kontrollpersonen. Dabei wurde die Gesamtgröße des Gehirns der untersuchten Männer mit berücksichtigt. Zudem zeigte sich eine Dosis-Abhängigkeit: Je stärker der Cannabiskonsum in der Vergangenheit war, desto kleiner war der Hippocampus.

Die Ergebnisse unterstützen somit die Hypothese, dass starker Cannabiskonsum einen negativen Einfluss auf die Entwicklung wichtiger Strukturen des Gehirns hat. Da die untersuchten ehemaligen Cannabiskonsumenten zum Zeitpunkt der Studie seit durchschnittlich mehr als einem halben Jahr ihren Konsum eingestellt hatten, gehen die Forscherinnen und Forscher davon aus, dass diese Schädigung dauerhaft ist.

Was jedoch Ursache und Wirkung ist, lässt sich anhand der Studie nicht zweifelsfrei klären. Denkbar wäre demnach auch, dass Personen mit kleineren Hippocampus-Strukturen ein erhöhtes Risiko haben, regelmäßig zum Joint zu greifen und dem Cannabiskonsum somit eher zugeneigt wären als entsprechende Vergleichspersonen. Zudem hatten kleinere Hirnstrukturen in der Studie keine Auswirkungen auf die untersuchte kognitive Leistungsfähigkeit. Denn es zeigten sich keine Leistungsunterschiede zwischen den beiden Untersuchungsgruppen (Cannabiskonsum / kein Cannabiskonsum). Das Forschungsteam vermutet, dass das Gehirn womöglich andere Hirnregionen mit einbezieht, um die Defizite im Bereich des Hippocampus zu kompensieren.

Dennoch seien die Ergebnisse nach Meinung des Forschungsteams bedeutsam, da hiermit erstmals nachgewiesen wurde, dass auch nach einer längeren Abstinenzperiode noch signifikant kleinere Hirnstrukturen nachgewiesen werden konnten. Dies sei ein weiterer Beleg dafür, dass das Jugendalter eine sensible Phase für die Hirnentwicklung darstellt und Cannabis, anders als früher angenommen, diese Entwicklung dauerhaft negativ beeinflussen kann.

Quelle:
Asthari, M., Avants, B., Cyckowski, L., Cervellione, K., Roofeh, D., Cook, P., Gee, J., Sevy, S. & Kumra, S. (2011). Medial temporal structures and memory functions in adolescents with heavy cannabis use. Journal of Psychiatric Research, doi:10.1016/j.jpsychires.2011.01.004. Zusammenfassung

2 Kommentare

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comment, 30. Juni 2011 14:44 Uhr
Wobei bei kleineren Stichproben signifikante Effekte umso bedeutender sind, gerade weil sie sich schon bei einer geringeren Probandenzahl zeigen.

Bei größeren Stichproben steigt automatisch die Wahrscheinlichkeit, dass sich bestimmte Effekte zeigen.

Daher ist in diesem Fall das Ergebnis wahrscheinlich durchaus als repräsentativ anzusehen.

pampfi, 30. Juni 2011 10:23 Uhr
Kann ja sein, das will ich nicht ausschließen. Aber ich bitte zu berücksichtien daß N=14 ist. Das ist zwar typisch bei Medizinern, vor allem weil die Untersuchungsmethoden in der Medizin häufig viel Geld kosten und die Resourcen knapp sind, so auch hier. Allerdings ist auch wiedereinmal die Frage ob es um eine Korrelation oder um eine Kausalität handeln. Diese Studie ist ein Hinweis aber kein Nachweis. Dies hier als Nachweis zu bezeichnen ist boulevardesk und sollte hier nicht so stehen - der Hinweis auf die Studie schon.
Vielleicht kann man die Studie ja im Volltext reinstellen?

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