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Drugcom: Archiv: Wenn Versuchsratten einen Kater kriegen

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News-Archiv


Archiv Jahr 2011


04.03.2011

Wenn Versuchsratten einen Kater kriegen

Übelkeit, Schwindel und bohrende Kopfschmerzen - das sind die typischen Kater-Symptome. Wie es zu den berüchtigten Katerkopfschmerzen kommt, dazu herrscht in der Wissenschaft jedoch noch keine Einigkeit. Eine tierexperimentelle Studie liefert neue Erkenntnisse hierzu und gibt auch noch einen Hinweis, wie Katerkopfschmerzen gelindert werden können.

Aufgemalte Silhouette einer Ratte auf einer schmuddeligen Hauswand

Bild: Lugaaa / photocase.com

Es gibt verschiedene Hypothesen über das Zustandekommen von alkoholbedingten Kopfschmerzen. So wird beispielsweise der durch den Alkoholkonsum verursachte Flüssigkeitsverlust für den Kater verantwortlich gemacht. Außerdem gibt es Berichte, dass dunkle Schnäpse wie Whiskey eher Kopfschmerzen verursachen als klare Spirituosen wie Wodka oder Korn. Dunkle Schnäpse enthalten mehr von den so genannten Fuselalkoholen, die wiederum im Verdacht stehen, einen Kater zu verursachen (mehr dazu).

Als hauptverdächtig gelten jedoch die Substanzen, die beim Abbau von Alkohol im Körper entstehen. Bis vor kurzem stand das Acetaldehyd ganz oben auf der Liste. Acetaldehyd entsteht durch Abbauprozesse in der Leber. Eine aktuelle Untersuchung scheint Acetaldehyd aber zu entlasten und rückt eine weitere Substanz in den Fokus der wissenschaftlichen Ermittlungen.

Darauf gekommen ist ein Forschungsteam um Michael Oshinsky von der Thomas Jefferson University in Philadelphia, USA. Das Team experimentierte hierzu mit Ratten, denen zunächst eine spezielle Lösung verabreicht wurde, die eine leichte Entzündung der Kopfhaut verursachte und die Tiere somit anfälliger für Katerkopfschmerzen machte. Danach wurde ihnen mit einer Magensonde Alkohol zugeführt. Ihre Schmerzempfindlichkeit wurde gemessen, indem man mit unterschiedlicher Stärke auf bestimmte Stellen ihres Kopfes drückte und ihre Verhaltensreaktionen beobachtete. Wenn sie ihren Kopf zurückzogen oder quiekten, wurde auf eine Schmerzreaktion geschlossen.

Tatsächlich zeigte sich, dass die Schmerzempfindlichkeit der Versuchstiere direkt nach Verabreichung des Alkohols zunächst abnahm. Der Alkohol hatte also eine betäubende Wirkung. Nach einer gewissen Zeit der Ausnüchterung nahm ihre Schmerzempfindlichkeit jedoch zu und machte die Tiere deutlich sensibler als vorher - sie hatten einen Kater.

Worauf ihr Kater genau zurückzuführen war, fanden die Forscherinnen und Forscher dadurch heraus, dass sie nicht nur den Alkoholspiegel, sondern auch die Konzentration der Abbausubstanzen im Blut manipulierten. Hierbei konzentrierten sie sich auf das Enzym Acetaldehyd und sein Abbauprodukt Acetat. Es zeigte sich dabei, dass nicht Acetaldehyd, sondern Acetat die stärksten Reaktionen bei den Versuchstieren verursachte. Acetat habe allerdings ebenfalls nur eine indirekte Wirkung. So erhöhen Acetate die Konzentration von Adenosin. Adenosin erhöht die Weiterleitung von Schmerzreizen.

Die Ergebnisse der Studie geben übrigens auch Hinweise darauf, welches Mittel Linderung bei einen Katerkopfschmerz verspricht: Kaffee. So zeigten Ratten, die während ihrer Ausnüchterung Koffein verabreicht bekamen, deutlich geringere Schmerzreaktionen. Die Forscherinnen und Forscher erklären dies mit Prozessen auf molekularer Ebene. So ist Koffein ein Antagonist (Gegenspieler) von Adenosin und sorgt in dieser Funktion dafür, dass Schmerzreize nicht mehr weitergeleitet werden.

Noch wirksamer wäre es natürlich, die Alkoholzufuhr zu reduzieren. Aber das nur am Rande …

Quelle:
Maxwell, C., Spangenberg, R., Hoek, J., Silberstein, S., Oshinsky, M. (2010). Acetate Causes Alcohol Hangover Headache in Rats. PLoS ONE 5(12): e15963. doi:10.1371/journal.pone.0015963
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