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Drugcom: Archiv: Gehirn erholt sich von Kokain

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News-Archiv


Archiv Jahr 2011


07.10.2011

Gehirn erholt sich von Kokain

Kokain kann die Energiereserven im Körper mobilisieren und zumindest kurzzeitig Wachheit und Aufmerksamkeit steigern. Doch wer zu viel kokst, riskiert zahlreiche gesundheitliche Probleme, darunter auch Hirnschäden. Aber es besteht Hoffnung. Einer aktuellen Studie zufolge erholt sich das Gehirn, wenn der Konsum von Kokain eingestellt wird.

Gehirn aus Nudeln geformt

Bild: berliner7 / photocase.com

Zahlreiche Studien belegen, dass häufiger Kokainkonsum sich ungünstig auf den Denkapparat auswirkt. Während die akute Wirkung von erhöhter Wachheit und einem kurzfristigen Leistungszuwachs geprägt ist, zeigen die längerfristigen Auswirkungen des Konsums in die entgegengesetzte Richtung: Gedächtnis, Lernfähigkeit und die kognitive Flexibilität lassen nach.

In Studien konnten auch so genannte strukturelle Änderungen des Gehirns nachgewiesen werden. Dabei hat man festgestellt, dass die Dichte der grauen und weißen Substanz abnimmt. Als graue Substanz werden die Milliarden von Nervenzellen bezeichnet, die vor allem in der Hirnrinde sitzen. Diese sieht von außen betrachtet grau aus. Die grauen Zellen sind mit Nervenbahnen untereinander verbunden, die äußerlich weiß erscheinen und daher als weiße Substanz bezeichnet werden.

Die US-amerikanische Forscherin Colleen Hanlon und ihr Team interessierten sich jedoch nicht für die Schäden, die Kokain anrichtet. Sie wollten herausfinden, ob sich das Gehirn wieder erholt, wenn der Kokainkonsum eingestellt wird. Hierzu luden sie je 24 aktive und ehemalige Kokainkonsumentinnen und -konsumenten ein. Die Abstinenten waren im Schnitt seit etwa acht Monaten, mindestens aber ein Monat konsumfrei. Hinzu kamen 25 Kontrollpersonen, die keine Drogen konsumierten, sich aber hinsichtlich Alter und Intelligenz nicht von den anderen beiden Gruppen unterschieden.

Alle Probandinnen und Probanden wurden mit Hilfe der Magnetresonanztomographie „durchleuchtet“. Dabei wurde die Dichte der Hirnmasse ermittelt. Zusätzlich wurden psychologische Tests durchgeführt, in denen die Testpersonen ihre kognitive Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen mussten.

Die Ergebnisse zeigten auf, dass ehemalige Kokainkonsumentinnen und -konsumenten im Vergleich zu aktuell Konsumierenden tatsächlich eine höhere Dichte sowohl in der grauen wie auch in der weißen Substanz aufwiesen. Es ließ sich auch ein Zusammenhang zwischen der kognitiven Leistungsfähigkeit und den Hirnscans nachweisen: Eine höhere Dichte der grauen Substanz ging einher mit besseren Testleistungen. Allerdings war die Dichte der grauen Substanz bei den ehemals Kokainkonsumierenden noch nicht auf dem Niveau der drogenfreien Kontrollpersonen.

Hanlon und ihr Team vermuten, dass die Dichte der grauen Substanz bei längerer Abstinenz noch weiter zunehmen würde. Ein Mangel der Studie ist allerdings, dass nicht die tatsächliche Erholung der Hirndichte bei denselben Personen untersucht wurde, sondern zwei Personengruppen verglichen wurden. Diese sind sich zwar ähnlich, aber nicht identisch. Die Unterschiede könnten also schon vorher, unabhängig vom Kokainkonsum, vorhanden gewesen sein. Daher sei es die Aufgabe zukünftiger Studien, schreibt das Autorenteam, solche längsschnittlichen Untersuchungen durchzuführen, um die Ergebnisse abzusichern.

Quelle:
Hanlon, C., Dufault, D., Wesley, M. & Porrino, L. (2011). Elevated gray and white matter densities in cocaine abstainers compared to current users. Psychopharmacology, DOI: 10.1007/s00213-011-2360-y. Zusammenfassung

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