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Drugcom: Archiv: Gute Musik wirkt wie Drogen

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News-Archiv


Archiv Jahr 2011


14.01.2011

Gute Musik wirkt wie Drogen

Schon einmal Gänsehaut von Musik bekommen? Laut einer kanadischen Studie löst Musik, die eine starke emotionale Reaktion hervorruft, im Gehirn ähnliche Effekte aus wie Drogen.

Mann hört Musik über Kopfhöhrer und steht vor Backsteinwand mit aufgemalten Noten

Bild: Bastografie / photocase.com

Bei bestimmten Reizen wie leckerem Essen oder Sex wird im Gehirn eine Reaktionskette in bestimmten Hirnregionen ausgelöst. Diese mit angenehmen Gefühlen verbundenen physiologischen Reaktionen werden überwiegend durch die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin im so genannten mesolimbischen System vermittelt. Es wird auch als Belohnungssystem bezeichnet. In der Entwicklungsgeschichte des Menschen spielte das Belohnungssystem für das Überleben des Menschen eine wichtige Rolle. Drogen sind ebenfalls in der Lage, das Belohnungssystem zu aktivieren, wenngleich sie für das Überleben keine Rolle spielen.

Ein kanadisches Forschungsteam um Valorie Salimpoor hat herausgefunden, dass auch Musik das Gehirn zur Dopaminausschüttung anregen kann. Allerdings muss es eine ganz besondere Musik sein, und zwar solche, die besonders starke emotionale Reaktionen hervorruft. Das Forschungsteam spricht von „Chills“, das sind messbare körperliche Reaktionen des autonomen Nervensystems. Die Gänsehaut ist eine dieser Reaktionen.

Für die Studie haben Valorie Salimpoor und ihr Team Probandinnen und Probanden gebeten, Musik mitzubringen, die sie besonders gerne hören. Allerdings war nur instrumentale Musik erlaubt. Während die Testpersonen ihre Musik hörten, wurde ihr Dopaminlevel im Gehirn mittels eines speziellen bildgebenden Verfahrens, der Positronen-Emissions-Tomographie, beobachtet.

Dabei konnte das Forschungsteam feststellen, dass Dopamin in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns ausgeschüttet wurde und diese Reaktionen mit bestimmten Musikpassagen korrespondierten. In der „Hochgefühl-Phase“, die von Salimpoor als derjenige Teil des Musikstücks bezeichnet wurde, den die Personen ganz besonders mögen, wurde das entwicklungsgeschichtlich „alte“ Belohnungssystem aktiviert, wodurch starke Emotionen hervorgerufen wurden. Es sei derselbe Bereich, der auch auf Drogen wie Kokain reagiert, schreiben Salimpoor und ihr Team in dem Forschungsartikel, der in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience veröffentlicht wurde.

Zudem gibt es Passagen in den Musikstücken, die der „Hochgefühl-Phase“ vorausgehen und eine gewisse Erwartungshaltung erzeugen. In diesen Phasen kommt es ebenfalls zu einer Dopaminausschüttung, allerdings in Hirnregionen, die mit dem Frontalhirn in Verbindung stehen. Das Frontalhirn ist vor allem für komplexes und vorausschauendes Denken zuständig. Der vollständige Musikgenuss sei somit ein Produkt von zeitlich versetzen Hirnaktivitäten, in unterschiedlichen Regionen. Würde man die Töne der „Hochgefühl-Phase“ isoliert abspielen, hätte die Musikpassage nicht den Effekt, den es im Kontext des kompletten Stückes hat, erläutert Salimpoor.

Bei der Frage, welche Musik in der Lage ist, die Dopaminausschüttung zu stimulieren, betont das Forschungsteam, dass es individuell sehr unterschiedlich ist. So habe die Lieblingsmusik einer bestimmten Testperson nicht unbedingt auch bei einer anderen einen „Chill“ erzeugt. Ein Musikstück habe sich aber abgehoben, da es bei vielen Testpersonen starke emotionale Reaktionen hervorgerufen hat. Es war das Stück „Adagio for Strings“ von Samuel Barber.

Quellen:

  • Pressemitteilung McGill University
  • Salimpoor, V., Benovoy, M., Larcher, K. et al. (2011). Anatomically distinct dopamine release during anticipation and experience of peak emotion to music. Nature Neuroscience, doi:10.1038/nn.2726. Artikel
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